Gefahr für Leib und Leben
Es gibt
keinen sicheren Ort mehr für Gideon. Nicht seit er zu denen gehört, die man
vogelfreie Auroren nennt - Männer und Frauen, die dort eingreifen, wo das Ministerium nur noch wegsieht oder sogar selbst Täter ist. Sie holen Menschen aus dunklen, feuchten Kellern, aus den Fängen der
Magischen Spiele, aus Gefangenenlagern, die offiziell nicht einmal existieren. Dabei setzen sie jedes Mal das eigene Leben aufs Spiel - wissend, dass ihnen niemand den Rücken frei hält.
Gideon hat sein Zuhause längst aufgegeben. Jeder Ort, an dem er schläft, ist nur ein Zwischenhalt; jeder Kontakt, den er pflegt, eine mögliche Schwachstelle. Die Gesichter, denen er vertraut, werden weniger. Doch das Gewicht der Verantwortung trägt er noch immer mit ungebeugtem Rücken und einer Würde, die eines Familienerben würdig ist.
Dass er sich dem Orden des Phönix angeschlossen hat war keine Entscheidung aus Überzeugung - sondern aus Konsequenz. Früher hätte er eine Organisation wie diese als bürgerwehrhafte Selbstjustiz abgelehnt. Doch das Ministerium, das er einst mit gestützt hat, ist längst gefallen. Die Todesser haben seine Prinzipien ausgehöhlt - und wenn Recht nicht mehr von innen kommt, bleibt nur, es von außen zu verteidigen. Es bleibt, darauf zu bauen, dass Dumbledore die alten Verhältnisse wieder herstellen wird, während die ehemaligen Auroren retten was zu retten ist.
Rufus weiß nichts davon. Und Gideon schweigt - aus Loyalität dem Orden gegenüber, aber vielleicht auch aus Scham. Im Stillen hat er seine Seite längst gewählt: nicht gegen das Recht, sondern für eine Ordnung, die diesen Namen wieder verdient.