<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
	<channel>
		<title><![CDATA[things we lost in the fire - Verzeichnis]]></title>
		<link>https://www.things-we-lost.de/</link>
		<description><![CDATA[things we lost in the fire - https://www.things-we-lost.de]]></description>
		<pubDate>Sat, 24 Oct 2026 21:06:31 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Leander Gamp]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=467</link>
			<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 16:33:39 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=151">Leander Gamp</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=467</guid>
			<description><![CDATA[Die Sonne warf ihr warmes goldenes Licht durch die hohen Fenster des Esszimmers und malte sanfte Zeichen auf einem jungen und ein alten Gesicht. Beide Männer hatten die Blicke auf dieselbe Version einer Zeitung gerichtet, die Mimik ausdruckslos, die Lippen in ähnlicher Art zusammengepresst. Der Jüngere war es, der den ersten Ton von sich gab. Ein tiefes Einatmen, dass seinen Brustkorb hob, während die Kiefermuskulatur sich anspannte.<br />
Dann beugte er sich nochmal vor, las den Artikel erneut und fand doch keine anderen Informationen vor. Weder hatten sich die Bilder verändert, noch hatten die Buchstaben sich plötzlich umgestellt und einen völlig anderen Text ergeben. Die Informationen waren die Gleichen.<br />
Er hob die Hand und fuhr sich damit übers glatt rasierte Kinn, ehe er ungläubig den Kopf schüttelte. Andere mochten in so einem Moment Angst um ihre Familien haben, verständlicherweise. Aber in Leanders Kopf gab es nur einen sehr Initialen Gedanken. Er musste nach Regulus sehen.<br />
Er suchte den Blick seines Vaters, bekam diesen aber nicht. Aber er kannte diesen Gesichtsausdruck und wusste, was als nächstes passieren würde. Mit einem Mal sah Leander all seine Zukunftsträume nur noch in weiter Ferne. Bevor der Andere also überhaupt sprechen konnte, war Leander bereits aufgestanden und griff nach seinem Jackett.<br />
„Ich muss zu Regulus“, erklärte er. „Ich will sehen, ob es ihm gut geht.“<br />
Er erwiderte den fragenden Blick seines Vaters ohne weitere Nachfragen mit einem leichten Lächeln. Es gab auch keine Zeit dafür, denn Leander war bereits zur Tür hinaus, bevor man ihn hätte aufhalten können und hatte den Kamin im Arbeitszimmer seines Vaters angesteuert.<br />
Er musste nach ihm sehen.<br />
Sich überzeugen,  dass es ihm gut ging.<br />
Ihn da rausholen? Nein. Das würde kaum funktionieren. Das würde bedeuten,  dass er auch seine Familie verriet.<br />
Völlig undenkbar.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Sonne warf ihr warmes goldenes Licht durch die hohen Fenster des Esszimmers und malte sanfte Zeichen auf einem jungen und ein alten Gesicht. Beide Männer hatten die Blicke auf dieselbe Version einer Zeitung gerichtet, die Mimik ausdruckslos, die Lippen in ähnlicher Art zusammengepresst. Der Jüngere war es, der den ersten Ton von sich gab. Ein tiefes Einatmen, dass seinen Brustkorb hob, während die Kiefermuskulatur sich anspannte.<br />
Dann beugte er sich nochmal vor, las den Artikel erneut und fand doch keine anderen Informationen vor. Weder hatten sich die Bilder verändert, noch hatten die Buchstaben sich plötzlich umgestellt und einen völlig anderen Text ergeben. Die Informationen waren die Gleichen.<br />
Er hob die Hand und fuhr sich damit übers glatt rasierte Kinn, ehe er ungläubig den Kopf schüttelte. Andere mochten in so einem Moment Angst um ihre Familien haben, verständlicherweise. Aber in Leanders Kopf gab es nur einen sehr Initialen Gedanken. Er musste nach Regulus sehen.<br />
Er suchte den Blick seines Vaters, bekam diesen aber nicht. Aber er kannte diesen Gesichtsausdruck und wusste, was als nächstes passieren würde. Mit einem Mal sah Leander all seine Zukunftsträume nur noch in weiter Ferne. Bevor der Andere also überhaupt sprechen konnte, war Leander bereits aufgestanden und griff nach seinem Jackett.<br />
„Ich muss zu Regulus“, erklärte er. „Ich will sehen, ob es ihm gut geht.“<br />
Er erwiderte den fragenden Blick seines Vaters ohne weitere Nachfragen mit einem leichten Lächeln. Es gab auch keine Zeit dafür, denn Leander war bereits zur Tür hinaus, bevor man ihn hätte aufhalten können und hatte den Kamin im Arbeitszimmer seines Vaters angesteuert.<br />
Er musste nach ihm sehen.<br />
Sich überzeugen,  dass es ihm gut ging.<br />
Ihn da rausholen? Nein. Das würde kaum funktionieren. Das würde bedeuten,  dass er auch seine Familie verriet.<br />
Völlig undenkbar.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Pandora Lovegood]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=447</link>
			<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 22:28:16 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=148">Pandora Lovegood</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=447</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-size: small;" class="mycode_size"><span style="font-family: Verdana;" class="mycode_font">Heute gab es grünen Tee. Es war ja schließlich Donnerstag. Wie immer gab Pandora ihrem geliebten Xenophilius einen Kuss auf den Ellbogen, den sie von ihrer Position auf ihrem Lieblingsstuhl am Esstisch perfekt erreichen konnte. Ihrem Ehemann. Manchmal konnte sie noch nicht glauben, dass er sie dazu überredet hatte. Aber sie hatte akzeptiert, dass er die Verbindung zwischen ihnen auch nach außen zeigen wollte, gerade jetzt. Der hoch gewachsene Magier beugte sich gerade zu ihr hinunter und streichelte sanft über ihren Bauch. Man konnte die Schwangerschaft nun gut sehen, die Hälfte der Zeit war bereits vorbei. Auch Pandora ließ ihre Hand darüber gleiten und drückte Xenophilius‘ Finger, als sie diese erreichte. Als ob ihr kleiner Bauchbewohner dies spürte, trat er genau in diesem Augenblick gegen die Stelle, wo sich die Hände seiner Eltern hielten. Ach, nicht er. Sie! Pandora hatte eine unerklärliche Gewissheit, dass es ein Mädchen werden würde. Nun musste sie bei der Berührung lachen und verschüttete die Hälfte des Tees, den sie gerade hatte trinken wollen. Immerhin ging das kleine Malheur nur auf Tischplatte und Boden und verbrühte weder sie noch ihren Ehemann. Mit einer kleinen Bewegung des Zauberstabs wollte Pandora die Flüssigkeit entfernen, formte sie zu einer kleinen Kugel, die aber erst einmal quer durchs Zimmer schoss und dann erst durch das angepeilte, geöffnete Fenster in Richtung Garten. Doch Pandora war nicht verlegen oder entschuldigte sich, ihr Zauber hatte das Ziel doch erreicht, nicht wahr? Sie dankte Xenophilius mit einem strahlenden Lächeln, der ihr neben den Tagespropheten gerade ein paar aufgeschnittene, natürlich grüne Kiwis gestellt hatte, bevor sie nach der Zeitung griff. Eine alltägliche Handlung, denn trotz der problematischen Berichte wollte Pandora immer wissen, was das regimetreue Blatt zu berichten wusste. Natürlich glaubte sie den Artikeln nicht, schon lange nicht mehr, doch es war immer gut zu wissen, was die offizielle Position war. Sie wollte sich schließlich nicht verdächtig machen.</span></span><br />
<span style="font-size: small;" class="mycode_size"><span style="font-family: Verdana;" class="mycode_font"> </span></span><br />
<span style="font-size: small;" class="mycode_size"><span style="font-family: Verdana;" class="mycode_font">Doch als ihre Fingerspitzen an diesem Morgen das dünne Papier berührten, erstarrte sie. Die Teetasse, gerade noch in ihren Fingern, zerschellte mit einem lauten Knall auf den Fließen, doch Pandora bekam nichts davon mit. Stattdessen klappten ihre Augenlider wie mechanisch zu und ein unnatürlicher Ruck ging durch ihren Körper. <i>„Die Kinder des Mondfluchs treten aus dem Schatten.“</i> Ihre Stimme war nicht mehr als ein heiseres, hohes Krächzen, und schien dennoch den ganzen Raum zu erfüllen. <i>“Kein Atem bleibt ungebrochen.“</i> So schnell, wie er gekommen war, verließ der namenlose Geist den Körper der jungen Frau wieder. Pandora schlug die Augen auf und zitterte am ganzen Leib. Seit sie schwanger war, hatte sie keine Vision mehr gehabt. Sie hatte gehofft, es bliebe ihr erspart. Sie hatte sich geirrt. Matt lehnte sie ihren Kopf an Xenophilius‘ Schulter, der sich besorgt zu ihr hinunter gekniet hatte. Die Erschöpfung war stärker als bei früheren Visionen. War diese hier bedeutender gewesen? War es eine Auswirkung ihres aktuellen Zustandes? Und wieso überhaupt diese Vision? Pandora merkte erst jetzt, dass sie den Propheten unter einem krampfhaften Griff zerknüllt hatte. Hastig strich sie ihn glatt, die Zeitung färbte sich im Geräusch knisternden Papiers in ein grelles Neonpink. "Pinkes Blut", murmelte sie scheinbar zusammenhanglos vor sich hin. Pandora musste blinzeln, um die  Schlagzeile auf der ersten Seite lesen zu können, wartete, bis das Geräusch verklungen war. Der Inhalt des Artikels war allerdings um einiges erschreckender als die nun verblasste Farbe. „Die Chance auf Läuterung“, wiederholte sie murmelnd, schüttelte den Kopf und sah zu ihrem Ehemann, der ihr über die Schulter gesehen und ebenfalls mitgelesen hatte. Sie musste nicht aussprechen, dass sie beide gerade diesen Teil für eine Farce hielten. Das musste einfach eine neue Teufelei des Regimes sein! Pandora hatte das Gefühl, dass es immer besonders schlimm werden würde, wenn eine Neuerung so positiv beschrieben wurde. Und hatte ihre Prophezeiung etwas mit diesen Spielen zu tun? Mit einem mehr als nur unguten Gefühl in der Magengegend und sichtlich erschüttert, suchte Pandora Halt am Griff der Teetasse. Tee als Seelentröster. Doch sie griff ins Leere. Verwirrt bemerkte sie da erste die Scherben auf dem Boden. Seufzend griff sie ein weiteres Mal nach ihrem Zauberstab und bereinigte das Chaos, das sie angerichtet hatte. „Was soll denn noch alles passieren?“ Es war offensichtlich, dass sie damit nicht die zerbrochene Tasse zu ihren Füßen meinte. </span></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-size: small;" class="mycode_size"><span style="font-family: Verdana;" class="mycode_font">Heute gab es grünen Tee. Es war ja schließlich Donnerstag. Wie immer gab Pandora ihrem geliebten Xenophilius einen Kuss auf den Ellbogen, den sie von ihrer Position auf ihrem Lieblingsstuhl am Esstisch perfekt erreichen konnte. Ihrem Ehemann. Manchmal konnte sie noch nicht glauben, dass er sie dazu überredet hatte. Aber sie hatte akzeptiert, dass er die Verbindung zwischen ihnen auch nach außen zeigen wollte, gerade jetzt. Der hoch gewachsene Magier beugte sich gerade zu ihr hinunter und streichelte sanft über ihren Bauch. Man konnte die Schwangerschaft nun gut sehen, die Hälfte der Zeit war bereits vorbei. Auch Pandora ließ ihre Hand darüber gleiten und drückte Xenophilius‘ Finger, als sie diese erreichte. Als ob ihr kleiner Bauchbewohner dies spürte, trat er genau in diesem Augenblick gegen die Stelle, wo sich die Hände seiner Eltern hielten. Ach, nicht er. Sie! Pandora hatte eine unerklärliche Gewissheit, dass es ein Mädchen werden würde. Nun musste sie bei der Berührung lachen und verschüttete die Hälfte des Tees, den sie gerade hatte trinken wollen. Immerhin ging das kleine Malheur nur auf Tischplatte und Boden und verbrühte weder sie noch ihren Ehemann. Mit einer kleinen Bewegung des Zauberstabs wollte Pandora die Flüssigkeit entfernen, formte sie zu einer kleinen Kugel, die aber erst einmal quer durchs Zimmer schoss und dann erst durch das angepeilte, geöffnete Fenster in Richtung Garten. Doch Pandora war nicht verlegen oder entschuldigte sich, ihr Zauber hatte das Ziel doch erreicht, nicht wahr? Sie dankte Xenophilius mit einem strahlenden Lächeln, der ihr neben den Tagespropheten gerade ein paar aufgeschnittene, natürlich grüne Kiwis gestellt hatte, bevor sie nach der Zeitung griff. Eine alltägliche Handlung, denn trotz der problematischen Berichte wollte Pandora immer wissen, was das regimetreue Blatt zu berichten wusste. Natürlich glaubte sie den Artikeln nicht, schon lange nicht mehr, doch es war immer gut zu wissen, was die offizielle Position war. Sie wollte sich schließlich nicht verdächtig machen.</span></span><br />
<span style="font-size: small;" class="mycode_size"><span style="font-family: Verdana;" class="mycode_font"> </span></span><br />
<span style="font-size: small;" class="mycode_size"><span style="font-family: Verdana;" class="mycode_font">Doch als ihre Fingerspitzen an diesem Morgen das dünne Papier berührten, erstarrte sie. Die Teetasse, gerade noch in ihren Fingern, zerschellte mit einem lauten Knall auf den Fließen, doch Pandora bekam nichts davon mit. Stattdessen klappten ihre Augenlider wie mechanisch zu und ein unnatürlicher Ruck ging durch ihren Körper. <i>„Die Kinder des Mondfluchs treten aus dem Schatten.“</i> Ihre Stimme war nicht mehr als ein heiseres, hohes Krächzen, und schien dennoch den ganzen Raum zu erfüllen. <i>“Kein Atem bleibt ungebrochen.“</i> So schnell, wie er gekommen war, verließ der namenlose Geist den Körper der jungen Frau wieder. Pandora schlug die Augen auf und zitterte am ganzen Leib. Seit sie schwanger war, hatte sie keine Vision mehr gehabt. Sie hatte gehofft, es bliebe ihr erspart. Sie hatte sich geirrt. Matt lehnte sie ihren Kopf an Xenophilius‘ Schulter, der sich besorgt zu ihr hinunter gekniet hatte. Die Erschöpfung war stärker als bei früheren Visionen. War diese hier bedeutender gewesen? War es eine Auswirkung ihres aktuellen Zustandes? Und wieso überhaupt diese Vision? Pandora merkte erst jetzt, dass sie den Propheten unter einem krampfhaften Griff zerknüllt hatte. Hastig strich sie ihn glatt, die Zeitung färbte sich im Geräusch knisternden Papiers in ein grelles Neonpink. "Pinkes Blut", murmelte sie scheinbar zusammenhanglos vor sich hin. Pandora musste blinzeln, um die  Schlagzeile auf der ersten Seite lesen zu können, wartete, bis das Geräusch verklungen war. Der Inhalt des Artikels war allerdings um einiges erschreckender als die nun verblasste Farbe. „Die Chance auf Läuterung“, wiederholte sie murmelnd, schüttelte den Kopf und sah zu ihrem Ehemann, der ihr über die Schulter gesehen und ebenfalls mitgelesen hatte. Sie musste nicht aussprechen, dass sie beide gerade diesen Teil für eine Farce hielten. Das musste einfach eine neue Teufelei des Regimes sein! Pandora hatte das Gefühl, dass es immer besonders schlimm werden würde, wenn eine Neuerung so positiv beschrieben wurde. Und hatte ihre Prophezeiung etwas mit diesen Spielen zu tun? Mit einem mehr als nur unguten Gefühl in der Magengegend und sichtlich erschüttert, suchte Pandora Halt am Griff der Teetasse. Tee als Seelentröster. Doch sie griff ins Leere. Verwirrt bemerkte sie da erste die Scherben auf dem Boden. Seufzend griff sie ein weiteres Mal nach ihrem Zauberstab und bereinigte das Chaos, das sie angerichtet hatte. „Was soll denn noch alles passieren?“ Es war offensichtlich, dass sie damit nicht die zerbrochene Tasse zu ihren Füßen meinte. </span></span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Barty Crouch Jr.]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=439</link>
			<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 10:45:42 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=0">Barty Crouch Jr.</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=439</guid>
			<description><![CDATA[<div style="margin: auto; text-align: justify; max-width: 500px">Das Papier des Tagespropheten knisterte durch sein leichtes Zittern, während Barty darauf starrte und die Zeilen immer wieder las. Die Sätze wiederholten sich in seinem Kopf immer und immer wieder. <i>Reformen im Bereich der magischen Strafjustiz</i>. <i>Neue Prüfungen, die künftig im Rahmen der magischen Spiele stattfanden</i>. Magische Spiele. In Bartemius breitete sich eine Mischung aus Euphorie und Angst aus. Er hatte keine Ahnung <i>was genau</i> das bedeuten würde und auch nicht, wie sich das Regime, das vorstellte – aber es musste etwas Gutes sein, nicht wahr? Die meisten um ihn herum, meist Todesser, waren Feuer und Flamme für die angekündigten Spiele, die schon vorher unter der Hand als <i>Gerücht</i> verbreitet wurden. Nun das hier vor sich zu sehen, machte alles um einiges realer und greifbarer. Auch wenn Barty seine Seite gewählt hatte und das Mal auf seinem Unterarm das deutliche Zeichen dafür darstellte, so konnte er nicht endgültig und mit Sicherheit sagen, wie er diese Entwicklung fand. <br />
Nachdem sich der Crouch wieder gefangen hatte, faltete er die Zeitung mit einem leisen Seufzer auf den Lippen und steckte sie unter seinen Arm. Es interessierte ihn mehr als alles andere, wie Regulus dazu stand. Auch wenn Barty das vielleicht niemals so zugeben würde, war die Meinung des Blacks ein Kompass für die des Fluchbrechers. Aber auch was Tamira sagte, empfand er mittlerweile als nicht uninteressant. <br />
Deshalb ging er die Treppen des Hauses, indem er aufgewachsen war, herunter und hatte nicht weit, um direkt vor der Tür des Black-Ehepaars zu stehen. Barty atmete noch einmal tief durch, ehe er die Hand hob und an der Holztür klopfte. Nur wenig später, wurde ihm die Tür von Kreacher geöffnet und der Engländer setzte ein Lächeln auf, wie man ihn kannte. <b>„Hier wartet doch sicher bereits ein Tee auf mich?“</b>, fragte er den Hauselfen, der genervt davon trat, um seine Ankunft zu verkünden und Crouch Jr. eintreten konnte.</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="margin: auto; text-align: justify; max-width: 500px">Das Papier des Tagespropheten knisterte durch sein leichtes Zittern, während Barty darauf starrte und die Zeilen immer wieder las. Die Sätze wiederholten sich in seinem Kopf immer und immer wieder. <i>Reformen im Bereich der magischen Strafjustiz</i>. <i>Neue Prüfungen, die künftig im Rahmen der magischen Spiele stattfanden</i>. Magische Spiele. In Bartemius breitete sich eine Mischung aus Euphorie und Angst aus. Er hatte keine Ahnung <i>was genau</i> das bedeuten würde und auch nicht, wie sich das Regime, das vorstellte – aber es musste etwas Gutes sein, nicht wahr? Die meisten um ihn herum, meist Todesser, waren Feuer und Flamme für die angekündigten Spiele, die schon vorher unter der Hand als <i>Gerücht</i> verbreitet wurden. Nun das hier vor sich zu sehen, machte alles um einiges realer und greifbarer. Auch wenn Barty seine Seite gewählt hatte und das Mal auf seinem Unterarm das deutliche Zeichen dafür darstellte, so konnte er nicht endgültig und mit Sicherheit sagen, wie er diese Entwicklung fand. <br />
Nachdem sich der Crouch wieder gefangen hatte, faltete er die Zeitung mit einem leisen Seufzer auf den Lippen und steckte sie unter seinen Arm. Es interessierte ihn mehr als alles andere, wie Regulus dazu stand. Auch wenn Barty das vielleicht niemals so zugeben würde, war die Meinung des Blacks ein Kompass für die des Fluchbrechers. Aber auch was Tamira sagte, empfand er mittlerweile als nicht uninteressant. <br />
Deshalb ging er die Treppen des Hauses, indem er aufgewachsen war, herunter und hatte nicht weit, um direkt vor der Tür des Black-Ehepaars zu stehen. Barty atmete noch einmal tief durch, ehe er die Hand hob und an der Holztür klopfte. Nur wenig später, wurde ihm die Tür von Kreacher geöffnet und der Engländer setzte ein Lächeln auf, wie man ihn kannte. <b>„Hier wartet doch sicher bereits ein Tee auf mich?“</b>, fragte er den Hauselfen, der genervt davon trat, um seine Ankunft zu verkünden und Crouch Jr. eintreten konnte.</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Cattleya Bouchard]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=433</link>
			<pubDate>Thu, 12 Mar 2026 23:03:56 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=146">Cattleya Bouchard</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=433</guid>
			<description><![CDATA[Der Tagesprophet lag zwischen Toast, Kürbissaft und einer Schale mit Orangenmarmelade auf dem Tisch in der Großen Halle. Cattleya hatte ihn bemerkt, doch sie hatte sich nicht erlaubt, hinzusehen. Das war eines der Dinge, die sie früh gelernt hatte. Dinge erst dann anzusehen, wenn niemand mehr sehen konnte, dass sie einen trafen, wenn die Möglichkeit bestand, dass sie einen treffen konnten. Bei dem Tagespropheten war dies der Fall. Der Morgen in der Großen Halle war laut. Besteck klirrte, Eulen flatterten mit der Post über den Haustischen und irgendwo lachte jemand viel zu schrill. Ein Ravenclaw aus dem siebten Jahr fluchte leise, weil seine Post im Porridge gelandet war. Es war alles gewöhnlich. <br />
 <br />
Cat gestattete sich schließlich zum Tagesprophet zu sehen. Die Überschrift sprang ihr regelrecht ins Gesicht. Einen Atemzug lang hielt sie in ihrer Bewegung inne, dann schloss sie die Finger um den Henkel ihrer Tasse, hob sie an und trank einen Schluck. Nicht zu schnell, nicht zu langsam, genau richtig. Sowie man es von ihr erwartete. Sie hatte keine Ahnung, ob jemand sie ansah. Das war beinahe schlimmer, als sich sicher beobachtet zu fühlen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Cat?“</span> Neben ihr beugte sich Èlodie, eine ihrer Mitschülerinnen aus ihrem Jahrgang, zu ihr hinüber. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Alles in Ordnung?“,</span> wurde Cat von ihr gefragt. Cattleya stockte einen Wimpernschlag in ihrer Bewegung, ehe sie die Tasse auf der dafür vorgesehenen Untertasse absetzte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Natürlich.“,</span> antwortete Cat. Sie zog den Tagespropheten näher an sich heran, spürte das Èlodie sie beobachtete. Ihre Augen glitten über die Zeilen. Erst einmal, dann ein weiteres Mal. Entlastung. Kosten. Leichte bis mittelschwere Vergehen. Läuterung. Kulturelles Ereignis. Finanziell entlastende Maßnahme. Etwas zog sich schmerzhaft in ihr zusammen. Es war nicht das Wort Strafe oder Askaban, welches diese Reaktion in ihr auslöste. Es war das Wort Mehrwert. Ein Mensch konnte verurteilt werden, ein Mensch konnte leiden oder gar sterben, aber der Tagesprophet berichtete darüber als hätte man beschlossen, dass man die Fassade von Gringotts streichen wolle.<br />
<br />
Ihr Blick blieb an einem Namen hängen. Walburga Black. Oberste Spielmacherin.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Das ist widerlich“</span>, murmelte Èlodie neben ihr. Ein paar Köpfe ihrer Mitschüler drehten sich zu ihnen. Cattleya faltete die Zeitung langsam in der Mitte zusammen, legte sie ordentlich wieder auf den Tisch. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Vorsicht“,</span> sagte sie leise als sie ihre Hand nach ihrer Teetasse austreckte und die Finger erneut um den Henkel legte. Sie spürte das Èlodie sie anstarrte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Vorsicht? Cat, hast das gelesen?“</span> Cat sah ihre Mitschülerin nicht an, als sie die Tasse zu ihren Lippen führte, einen Schluck trank und anschließend mit einer knappen Bestätigung antwortete. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Und?“, </span>fragte Èlodie darauf. Cat sah sie für einen Moment an, für einen Moment wollte sie etwas sagen, doch sie erinnerte sich an die Worte ihrer Mutter Jeanne. Sie sollte lächeln und ihrem Umfeld die Maske zeigen, die sie sehen wollten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ich denke, dass der Tagesprophet sehr geschickt darin ist, Blut aus seinen Artikeln zu waschen.“</span> Èlodie neben ihr schwieg. Es war nur das rege morgentliche Treiben der Großen Halle zu hören. Cat nahm ihre Serviette, tupfte sich den Mund ab und schob ihren Teller ein Stück von sich weg. Gegessen hatte sie kaum etwas, das würde sie später spüren, aber nicht jetzt. Jetzt war ihr Magen ein Klumpten aus Pergament und kaltem harten Wachs. Ihr Blick fiel auf ihre Umgebung. Am Lehrertisch sprach Professor Sprout mit Professor Flitwick, weiterhinten stritten zwei Gryffindors über etwas, was sich anhörte wie Quiddtich und ein Ravenclaw aus einem der unteren Jahrgänge goss sich zu viel Kürbissaft ein, welcher über sein Glas schwappte. Die Welt ging weiter, das tat sie immer, selbst nach den schlimmsten Beschlüssen frühstückten Menschen als wäre nicht geschehen. Cat stand auf. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Wohin gehst du?“</span>, fragte Èlodie. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„In die Bibliothek.“,</span> antwortete Cat ruhig. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Vor dem Unterricht?“</span>, fragte ihre Hauskameradin überrasch.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Ja.“,</span> antwortete Cat knapp. Sie nahm den Tagespropheten vom Tisch und mit sich. Auf dem Weg aus der Großen Halle hielt Cat den Kopf oben, ihre Schritte waren ruhig. Niemand würde sehen, dass ihr Herz zu schnell schlug und ihre Hände kalt waren. <br />
 <br />
Sie schritt durch die Eingangshalle, schlug den Weg zur Bibliothek ein und erst als sie sich sicher war, dass sie allein war blieb sie stehen. Dort, zwischen Ritterrüstungen und dem Morgenlicht das durch die Fenster fiel, entfaltete sie die Zeitung noch einmal. Ihr Blick suchte den letzten Absatz, dann den Anfang, dann wieder die Namen. Orion Black. Walburga Black. Magische Spiele. Läuterung. Cat zog ein kleines Notizbuch aus ihrer Tasche. Der Einband war dunkelblau, mit goldenen Schnörkeln und an einer Ecke wirkte es abgenutzt. Jeanne hätte es unordentlich genannt. Cat nannte es gebraucht. Eine Feder folgte. Ausgefranzt an manchen Stellen. Würde Jeanne dies sehen, würde sie ihr umgehend eine neue Feder kaufen. Cat schlug das Notizbuch auf und schrieb in sorgfältiger, feinsäuberlicher Schrift:<br />
 <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">`09.Oktober 1980. Offizielle Ankündigung im Tagespropheten. Entlastung, Läuterung, Mehrwert. Askaban als Vorwand, Wirtschaftlicher Nutzen wird betont. Blacks im Mittelpunkt. ` </span><br />
<br />
Cat hielt inne, die Feder schwebte über dem Papier. Für einen Moment überlegte sie etwas Weiteres in ihr Notizbuch zu schreiben, entschied sich dann jedoch dagegen. Sie schloss das Notizbuch. In diesem Augenblick war sie nicht die Tochter einer alten Familie, nicht die perfekte künftige Erbin. Sie war einfach nur fünfzehn. Ein Mädchen in einem Korridor, mit einer Zeitung in der Hand und der schlechten Ahnung, dass Erwachsene gerade etwas beschlossen hatten, das sie später Tradition nennen würden. Cat atmete tief ein, dann faltete sie den Tagespropheten zusammen, als wäre er nichts weiter als Papier und steckte ihn in ihre Tasche. Sie setzte ihren Weg fort, aber nicht in Richtung der Bibliothek, sondern zu ihrem Klassenzimmer. Ihrem Gesicht war nichts von all dem, was sie gelesen und gedacht hatte anzusehen, es war vollkommen ruhig. In ihrer Tasche jedoch, zwischen dem Notizbuch, der Feder, den Büchern und dem Tintenfass, da lag der Artikel wie ein kleiner schwarzer Stein und Cat wusste, dass sie ihn nicht vergessen würde. Das war der erst der Beginn von etwas Grausamen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Tagesprophet lag zwischen Toast, Kürbissaft und einer Schale mit Orangenmarmelade auf dem Tisch in der Großen Halle. Cattleya hatte ihn bemerkt, doch sie hatte sich nicht erlaubt, hinzusehen. Das war eines der Dinge, die sie früh gelernt hatte. Dinge erst dann anzusehen, wenn niemand mehr sehen konnte, dass sie einen trafen, wenn die Möglichkeit bestand, dass sie einen treffen konnten. Bei dem Tagespropheten war dies der Fall. Der Morgen in der Großen Halle war laut. Besteck klirrte, Eulen flatterten mit der Post über den Haustischen und irgendwo lachte jemand viel zu schrill. Ein Ravenclaw aus dem siebten Jahr fluchte leise, weil seine Post im Porridge gelandet war. Es war alles gewöhnlich. <br />
 <br />
Cat gestattete sich schließlich zum Tagesprophet zu sehen. Die Überschrift sprang ihr regelrecht ins Gesicht. Einen Atemzug lang hielt sie in ihrer Bewegung inne, dann schloss sie die Finger um den Henkel ihrer Tasse, hob sie an und trank einen Schluck. Nicht zu schnell, nicht zu langsam, genau richtig. Sowie man es von ihr erwartete. Sie hatte keine Ahnung, ob jemand sie ansah. Das war beinahe schlimmer, als sich sicher beobachtet zu fühlen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Cat?“</span> Neben ihr beugte sich Èlodie, eine ihrer Mitschülerinnen aus ihrem Jahrgang, zu ihr hinüber. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Alles in Ordnung?“,</span> wurde Cat von ihr gefragt. Cattleya stockte einen Wimpernschlag in ihrer Bewegung, ehe sie die Tasse auf der dafür vorgesehenen Untertasse absetzte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Natürlich.“,</span> antwortete Cat. Sie zog den Tagespropheten näher an sich heran, spürte das Èlodie sie beobachtete. Ihre Augen glitten über die Zeilen. Erst einmal, dann ein weiteres Mal. Entlastung. Kosten. Leichte bis mittelschwere Vergehen. Läuterung. Kulturelles Ereignis. Finanziell entlastende Maßnahme. Etwas zog sich schmerzhaft in ihr zusammen. Es war nicht das Wort Strafe oder Askaban, welches diese Reaktion in ihr auslöste. Es war das Wort Mehrwert. Ein Mensch konnte verurteilt werden, ein Mensch konnte leiden oder gar sterben, aber der Tagesprophet berichtete darüber als hätte man beschlossen, dass man die Fassade von Gringotts streichen wolle.<br />
<br />
Ihr Blick blieb an einem Namen hängen. Walburga Black. Oberste Spielmacherin.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Das ist widerlich“</span>, murmelte Èlodie neben ihr. Ein paar Köpfe ihrer Mitschüler drehten sich zu ihnen. Cattleya faltete die Zeitung langsam in der Mitte zusammen, legte sie ordentlich wieder auf den Tisch. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Vorsicht“,</span> sagte sie leise als sie ihre Hand nach ihrer Teetasse austreckte und die Finger erneut um den Henkel legte. Sie spürte das Èlodie sie anstarrte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Vorsicht? Cat, hast das gelesen?“</span> Cat sah ihre Mitschülerin nicht an, als sie die Tasse zu ihren Lippen führte, einen Schluck trank und anschließend mit einer knappen Bestätigung antwortete. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Und?“, </span>fragte Èlodie darauf. Cat sah sie für einen Moment an, für einen Moment wollte sie etwas sagen, doch sie erinnerte sich an die Worte ihrer Mutter Jeanne. Sie sollte lächeln und ihrem Umfeld die Maske zeigen, die sie sehen wollten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ich denke, dass der Tagesprophet sehr geschickt darin ist, Blut aus seinen Artikeln zu waschen.“</span> Èlodie neben ihr schwieg. Es war nur das rege morgentliche Treiben der Großen Halle zu hören. Cat nahm ihre Serviette, tupfte sich den Mund ab und schob ihren Teller ein Stück von sich weg. Gegessen hatte sie kaum etwas, das würde sie später spüren, aber nicht jetzt. Jetzt war ihr Magen ein Klumpten aus Pergament und kaltem harten Wachs. Ihr Blick fiel auf ihre Umgebung. Am Lehrertisch sprach Professor Sprout mit Professor Flitwick, weiterhinten stritten zwei Gryffindors über etwas, was sich anhörte wie Quiddtich und ein Ravenclaw aus einem der unteren Jahrgänge goss sich zu viel Kürbissaft ein, welcher über sein Glas schwappte. Die Welt ging weiter, das tat sie immer, selbst nach den schlimmsten Beschlüssen frühstückten Menschen als wäre nicht geschehen. Cat stand auf. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Wohin gehst du?“</span>, fragte Èlodie. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„In die Bibliothek.“,</span> antwortete Cat ruhig. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Vor dem Unterricht?“</span>, fragte ihre Hauskameradin überrasch.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Ja.“,</span> antwortete Cat knapp. Sie nahm den Tagespropheten vom Tisch und mit sich. Auf dem Weg aus der Großen Halle hielt Cat den Kopf oben, ihre Schritte waren ruhig. Niemand würde sehen, dass ihr Herz zu schnell schlug und ihre Hände kalt waren. <br />
 <br />
Sie schritt durch die Eingangshalle, schlug den Weg zur Bibliothek ein und erst als sie sich sicher war, dass sie allein war blieb sie stehen. Dort, zwischen Ritterrüstungen und dem Morgenlicht das durch die Fenster fiel, entfaltete sie die Zeitung noch einmal. Ihr Blick suchte den letzten Absatz, dann den Anfang, dann wieder die Namen. Orion Black. Walburga Black. Magische Spiele. Läuterung. Cat zog ein kleines Notizbuch aus ihrer Tasche. Der Einband war dunkelblau, mit goldenen Schnörkeln und an einer Ecke wirkte es abgenutzt. Jeanne hätte es unordentlich genannt. Cat nannte es gebraucht. Eine Feder folgte. Ausgefranzt an manchen Stellen. Würde Jeanne dies sehen, würde sie ihr umgehend eine neue Feder kaufen. Cat schlug das Notizbuch auf und schrieb in sorgfältiger, feinsäuberlicher Schrift:<br />
 <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">`09.Oktober 1980. Offizielle Ankündigung im Tagespropheten. Entlastung, Läuterung, Mehrwert. Askaban als Vorwand, Wirtschaftlicher Nutzen wird betont. Blacks im Mittelpunkt. ` </span><br />
<br />
Cat hielt inne, die Feder schwebte über dem Papier. Für einen Moment überlegte sie etwas Weiteres in ihr Notizbuch zu schreiben, entschied sich dann jedoch dagegen. Sie schloss das Notizbuch. In diesem Augenblick war sie nicht die Tochter einer alten Familie, nicht die perfekte künftige Erbin. Sie war einfach nur fünfzehn. Ein Mädchen in einem Korridor, mit einer Zeitung in der Hand und der schlechten Ahnung, dass Erwachsene gerade etwas beschlossen hatten, das sie später Tradition nennen würden. Cat atmete tief ein, dann faltete sie den Tagespropheten zusammen, als wäre er nichts weiter als Papier und steckte ihn in ihre Tasche. Sie setzte ihren Weg fort, aber nicht in Richtung der Bibliothek, sondern zu ihrem Klassenzimmer. Ihrem Gesicht war nichts von all dem, was sie gelesen und gedacht hatte anzusehen, es war vollkommen ruhig. In ihrer Tasche jedoch, zwischen dem Notizbuch, der Feder, den Büchern und dem Tintenfass, da lag der Artikel wie ein kleiner schwarzer Stein und Cat wusste, dass sie ihn nicht vergessen würde. Das war der erst der Beginn von etwas Grausamen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Mundungus Fletcher]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=422</link>
			<pubDate>Sun, 01 Mar 2026 15:10:25 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=145">Mundungus Fletcher</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=422</guid>
			<description><![CDATA[Der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tagesprophet</span> war eigentlich nur mit an Bord gekommen, weil jemand ihn im Hafen hatte fallen lassen und Mundungus fand, dass trockenes Zeitungspapier immer noch besser war als nasses Holz zum Feueranzünden. Er saß auf einer Kiste nahe der Reling der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Evershade</span>, die Beine ausgestreckt, während das Schiff ruhig über das Wasser glitt, das Holz unter ihm vertraut knarrte und der Wind nach Salz und Regen roch. Eigentlich hatte er nicht vorgehabt zu lesen, aber Langeweile war ein schlechter Begleiter auf ruhiger See, also blätterte er halbherzig durch die Seiten, bis sein Blick an einer großen Überschrift hängen blieb. „Magische Spiele“. Seine Stirn legte sich in Falten, er las die Zeile noch einmal langsamer und schnaubte leise. <b>„Spiele… ja klar. Klingt ja erstmal harmlos.“</b> Murmelnd las er weiter, über überfüllte Zellen, Reformen, Entlastung, neue Wege der Gerechtigkeit, und mit jedem Wort wurde sein schiefes Grinsen ein kleines bisschen dünner. Askaban zu teuer, zu voll, also sollten Leute künftig öffentlich Prüfungen bestehen, zur Läuterung, für die Gemeinschaft, für den Fortschritt. Fletcher ließ die Zeitung ein Stück sinken und starrte aufs Wasser hinaus, als hätte das Meer vielleicht eine bessere Erklärung parat. <b>„Läuterung, mh? Nennt man das jetzt so.“</b> Seine Finger trommelten gegen das Papier, während sein Blick wieder über den Artikel wanderte, bis er an einem Namen hängen blieb. Black. Natürlich ein Black. Ein trockenes Lachen entwich ihm. <b>„Na wunderbar. Wenn ein Black sagt, das wird gerecht, dann kann ja nix mehr schiefgehen.“</b> Die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Evershade</span> schaukelte ruhig unter ihm, als würde sie die Worte kommentarlos aufnehmen, und für einen Moment hörte man nur das Wasser am Rumpf entlanggleiten. Früher hätte ihn so etwas nicht interessiert. Neue Regeln bedeuteten neue Schlupflöcher, neue Geschäfte, vielleicht ein bisschen mehr Rennerei vor dem Ministerium, aber nichts, was man nicht überstehen konnte. Doch inzwischen dachte er an Gesichter statt an Ware. Leute, die er in letzter Zeit an Bord genommen hatte, Familien mit zu viel Angst in den Augen, Menschen, die leise waren, weil laut sein plötzlich gefährlich geworden war. Und jetzt sollten genau solche Leute in irgendwelchen Spielen antreten, damit andere zuschauen konnten. Sein Kiefer spannte sich kurz an. <b>„Ist ja praktisch… spart Gefängnisse und verkauft gleich noch Eintrittskarten dazu.“</b> Er faltete die Zeitung zusammen, stopfte sie neben sich und rieb sich übers Gesicht, als könnte er die Gedanken einfach abschütteln. Der Wind wurde stärker, zog an seinem Mantel, doch auf See fühlte sich wenigstens alles ehrlich an. Sturm war Sturm. Keine schönen Worte, keine falschen Versprechen. Er stand schließlich auf, ging langsam zum Steuer und legte die Hand darauf, während sein Blick über den grauen Horizont glitt. Ohne groß darüber nachzudenken änderte er den Kurs ein Stück weiter hinaus aufs offene Meer. Einfach ein wenig Abstand. <b>„Gefällt mir nicht,“</b> murmelte er leise, mehr zum Schiff als zu irgendwem sonst. Einen Moment blieb er so stehen, dann schnaubte er erneut, dieses halb amüsierte, halb müde Geräusch, das er immer machte, wenn ihm etwas zu nah ging. <b>„Spiele… als ob Leute wie ich bei sowas je gewinnen.“</b> Der Wind trug seine Worte davon, und nach außen sah Mundungus Fletcher wieder aus wie immer  locker, gleichgültig, ein Mann ohne Sorgen. Aber während die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Evershade</span> ruhig weiter durch den Nebel schnitt, wusste er genau, dass sich etwas verändert hatte, und dass Stürme manchmal lange bevor sie sichtbar wurden begannen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tagesprophet</span> war eigentlich nur mit an Bord gekommen, weil jemand ihn im Hafen hatte fallen lassen und Mundungus fand, dass trockenes Zeitungspapier immer noch besser war als nasses Holz zum Feueranzünden. Er saß auf einer Kiste nahe der Reling der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Evershade</span>, die Beine ausgestreckt, während das Schiff ruhig über das Wasser glitt, das Holz unter ihm vertraut knarrte und der Wind nach Salz und Regen roch. Eigentlich hatte er nicht vorgehabt zu lesen, aber Langeweile war ein schlechter Begleiter auf ruhiger See, also blätterte er halbherzig durch die Seiten, bis sein Blick an einer großen Überschrift hängen blieb. „Magische Spiele“. Seine Stirn legte sich in Falten, er las die Zeile noch einmal langsamer und schnaubte leise. <b>„Spiele… ja klar. Klingt ja erstmal harmlos.“</b> Murmelnd las er weiter, über überfüllte Zellen, Reformen, Entlastung, neue Wege der Gerechtigkeit, und mit jedem Wort wurde sein schiefes Grinsen ein kleines bisschen dünner. Askaban zu teuer, zu voll, also sollten Leute künftig öffentlich Prüfungen bestehen, zur Läuterung, für die Gemeinschaft, für den Fortschritt. Fletcher ließ die Zeitung ein Stück sinken und starrte aufs Wasser hinaus, als hätte das Meer vielleicht eine bessere Erklärung parat. <b>„Läuterung, mh? Nennt man das jetzt so.“</b> Seine Finger trommelten gegen das Papier, während sein Blick wieder über den Artikel wanderte, bis er an einem Namen hängen blieb. Black. Natürlich ein Black. Ein trockenes Lachen entwich ihm. <b>„Na wunderbar. Wenn ein Black sagt, das wird gerecht, dann kann ja nix mehr schiefgehen.“</b> Die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Evershade</span> schaukelte ruhig unter ihm, als würde sie die Worte kommentarlos aufnehmen, und für einen Moment hörte man nur das Wasser am Rumpf entlanggleiten. Früher hätte ihn so etwas nicht interessiert. Neue Regeln bedeuteten neue Schlupflöcher, neue Geschäfte, vielleicht ein bisschen mehr Rennerei vor dem Ministerium, aber nichts, was man nicht überstehen konnte. Doch inzwischen dachte er an Gesichter statt an Ware. Leute, die er in letzter Zeit an Bord genommen hatte, Familien mit zu viel Angst in den Augen, Menschen, die leise waren, weil laut sein plötzlich gefährlich geworden war. Und jetzt sollten genau solche Leute in irgendwelchen Spielen antreten, damit andere zuschauen konnten. Sein Kiefer spannte sich kurz an. <b>„Ist ja praktisch… spart Gefängnisse und verkauft gleich noch Eintrittskarten dazu.“</b> Er faltete die Zeitung zusammen, stopfte sie neben sich und rieb sich übers Gesicht, als könnte er die Gedanken einfach abschütteln. Der Wind wurde stärker, zog an seinem Mantel, doch auf See fühlte sich wenigstens alles ehrlich an. Sturm war Sturm. Keine schönen Worte, keine falschen Versprechen. Er stand schließlich auf, ging langsam zum Steuer und legte die Hand darauf, während sein Blick über den grauen Horizont glitt. Ohne groß darüber nachzudenken änderte er den Kurs ein Stück weiter hinaus aufs offene Meer. Einfach ein wenig Abstand. <b>„Gefällt mir nicht,“</b> murmelte er leise, mehr zum Schiff als zu irgendwem sonst. Einen Moment blieb er so stehen, dann schnaubte er erneut, dieses halb amüsierte, halb müde Geräusch, das er immer machte, wenn ihm etwas zu nah ging. <b>„Spiele… als ob Leute wie ich bei sowas je gewinnen.“</b> Der Wind trug seine Worte davon, und nach außen sah Mundungus Fletcher wieder aus wie immer  locker, gleichgültig, ein Mann ohne Sorgen. Aber während die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Evershade</span> ruhig weiter durch den Nebel schnitt, wusste er genau, dass sich etwas verändert hatte, und dass Stürme manchmal lange bevor sie sichtbar wurden begannen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Herman Wintringham]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=414</link>
			<pubDate>Wed, 11 Feb 2026 19:54:25 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=143">Herman Wintringham</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=414</guid>
			<description><![CDATA[Er hatte die Zeitung nur nebenbei gekauft, mehr aus Gewohnheit als aus Interesse, und saß jetzt auf einer umgedrehten Holzkiste hinter der Bühne, die Laute locker gegen sein Bein gelehnt. Der Raum war stickig, irgendwo klirrte Glas, jemand lachte zu laut, das dumpfe Murmeln des Publikums vibrierte durch die Wände. Herman blätterte langsam durch den <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tagespropheten</span>, sein Blick zunächst leer, routiniert – bis er an der Überschrift hängen blieb. „Magische Spiele.“ Seine Finger stoppten mitten in der Bewegung, das Papier knisterte leise unter dem Druck seiner Hand. Er las den Artikel einmal, dann noch einmal, diesmal Wort für Wort. Je weiter er kam, desto unbeweglicher wurde sein Gesicht. Nur sein Kiefer spannte sich leicht an, kaum sichtbar, aber spürbar für jemanden, der ihn kannte. Seine Augen glitten über Begriffe wie „Läuterung“, „Mehrwert“, „Reform“, und etwas Dunkles, Altes regte sich in ihm nicht Überraschung, sondern Wiedererkennen. Sein Daumen fuhr langsam über die Druckerschwärze, als könnte er die Worte verwischen. Dann atmete er einmal ruhig aus, eine reine Gewohnheitsbewegung, und ließ die Zeitung ein Stück sinken. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Sie verkaufen Hinrichtungen als Reform.“</span> Seine Stimme war nicht laut, aber sie schnitt klar durch das Stimmengewirr im Raum. Er stand nicht auf, er gestikulierte nicht er saß nur da, die Schultern minimal nach vorn geneigt, die Zeitung noch halb in der Hand. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Prüfungen durch Magie. Öffentlich. Mit Applaus.“</span> Ein schiefes Lächeln zog kurz an seinem Mundwinkel, ohne Wärme. Er schüttelte leicht den Kopf. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Das hatten wir schon mal Im 13. Jahrhundert. Ging auch schief “</span> Seine Finger knitterten das Papier nun deutlicher, unbewusst, und für einen Moment blitzte etwas in seinem Blick auf – Wut, ja, aber kontrolliert, fest eingespannt wie eine Saite, die kurz davor ist zu reißen. Er dachte an Felder. An Menschen, die man aufgestellt hatte, um „zu prüfen“, ob sie würdig waren. An Jubel. An Stille danach. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Wenn Strafe zum Spektakel wird, geht es nicht mehr um Gerechtigkeit. Dann geht es darum, wer zusieht.“</span> Er hob den Blick zu den anderen, und für einen Sekundenbruchteil war da nichts von dem lässigen Musiker, sondern etwas Älteres, Schwereres. Dann legte er die Zeitung langsam auf den Tisch, strich sie glatt, als würde er ihr Gewicht ordnen wollen. Seine Hand blieb einen Moment darauf liegen. Die Geräusche aus dem Saal wurden lauter, der Abend rückte näher, aber in ihm war es plötzlich sehr still. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Heute sind es Verurteilte.“</span> Seine Stimme war jetzt leiser. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Morgen ist es, wer nicht ins Bild passt.“</span> Seine Finger glitten zu den Saiten der Laute, prüften sie automatisch, eine Gewohnheit, die ihm half, die Spannung im Körper zu bündeln. Die erste Saite vibrierte kurz unter seinem Griff, klar, ruhig. Er richtete sich auf, die Schultern wieder gerade, die Maske zurück an ihrem Platz. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Kommt. Wir spielen.“</span> Aber sein Blick blieb noch einen Herzschlag länger auf der Zeitung liegen und in seinen Augen lag kein Zweifel mehr, nur Gewissheit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Er hatte die Zeitung nur nebenbei gekauft, mehr aus Gewohnheit als aus Interesse, und saß jetzt auf einer umgedrehten Holzkiste hinter der Bühne, die Laute locker gegen sein Bein gelehnt. Der Raum war stickig, irgendwo klirrte Glas, jemand lachte zu laut, das dumpfe Murmeln des Publikums vibrierte durch die Wände. Herman blätterte langsam durch den <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tagespropheten</span>, sein Blick zunächst leer, routiniert – bis er an der Überschrift hängen blieb. „Magische Spiele.“ Seine Finger stoppten mitten in der Bewegung, das Papier knisterte leise unter dem Druck seiner Hand. Er las den Artikel einmal, dann noch einmal, diesmal Wort für Wort. Je weiter er kam, desto unbeweglicher wurde sein Gesicht. Nur sein Kiefer spannte sich leicht an, kaum sichtbar, aber spürbar für jemanden, der ihn kannte. Seine Augen glitten über Begriffe wie „Läuterung“, „Mehrwert“, „Reform“, und etwas Dunkles, Altes regte sich in ihm nicht Überraschung, sondern Wiedererkennen. Sein Daumen fuhr langsam über die Druckerschwärze, als könnte er die Worte verwischen. Dann atmete er einmal ruhig aus, eine reine Gewohnheitsbewegung, und ließ die Zeitung ein Stück sinken. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Sie verkaufen Hinrichtungen als Reform.“</span> Seine Stimme war nicht laut, aber sie schnitt klar durch das Stimmengewirr im Raum. Er stand nicht auf, er gestikulierte nicht er saß nur da, die Schultern minimal nach vorn geneigt, die Zeitung noch halb in der Hand. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Prüfungen durch Magie. Öffentlich. Mit Applaus.“</span> Ein schiefes Lächeln zog kurz an seinem Mundwinkel, ohne Wärme. Er schüttelte leicht den Kopf. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Das hatten wir schon mal Im 13. Jahrhundert. Ging auch schief “</span> Seine Finger knitterten das Papier nun deutlicher, unbewusst, und für einen Moment blitzte etwas in seinem Blick auf – Wut, ja, aber kontrolliert, fest eingespannt wie eine Saite, die kurz davor ist zu reißen. Er dachte an Felder. An Menschen, die man aufgestellt hatte, um „zu prüfen“, ob sie würdig waren. An Jubel. An Stille danach. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Wenn Strafe zum Spektakel wird, geht es nicht mehr um Gerechtigkeit. Dann geht es darum, wer zusieht.“</span> Er hob den Blick zu den anderen, und für einen Sekundenbruchteil war da nichts von dem lässigen Musiker, sondern etwas Älteres, Schwereres. Dann legte er die Zeitung langsam auf den Tisch, strich sie glatt, als würde er ihr Gewicht ordnen wollen. Seine Hand blieb einen Moment darauf liegen. Die Geräusche aus dem Saal wurden lauter, der Abend rückte näher, aber in ihm war es plötzlich sehr still. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Heute sind es Verurteilte.“</span> Seine Stimme war jetzt leiser. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Morgen ist es, wer nicht ins Bild passt.“</span> Seine Finger glitten zu den Saiten der Laute, prüften sie automatisch, eine Gewohnheit, die ihm half, die Spannung im Körper zu bündeln. Die erste Saite vibrierte kurz unter seinem Griff, klar, ruhig. Er richtete sich auf, die Schultern wieder gerade, die Maske zurück an ihrem Platz. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Kommt. Wir spielen.“</span> Aber sein Blick blieb noch einen Herzschlag länger auf der Zeitung liegen und in seinen Augen lag kein Zweifel mehr, nur Gewissheit.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sirius Black]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=392</link>
			<pubDate>Fri, 09 Jan 2026 23:12:49 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=141">Sirius Black</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=392</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Alphard hatte ihm den Zeitungsartikel zugeschickt.</div>
Die Eule war eine fremde gewesen, der beiliegende Brief wie schon die letzten Jahre über nicht unterschrieben. Aber die Handschrift hätte Sirius überall erkannt. Und mit jeder Zeile des Artikels, die er las, verdunkelten seine Gesichtszüge sich mehr. Die Kaffeetasse verharrte auf halbem Weg zu seinem Mund, während graue Augen über die gedruckten Absätze flogen, nur um schließlich am Datum hängen zu bleiben.<br />
Wäre das ein Aprilscherz, wäre er ziemlich geschmacklos. Und jemand hätte sich verdammt heftig im Datum geirrt.<br />
»Das kann doch nicht ihr verfluchter Ernst sein«, murrte er und starrte das Käseblatt an, als würden sich allein dadurch die Buchstaben zu einer anderen Geschichte anordnen.<br />
Ein Teil von ihm hatte den Drang, in hysterisches Gelächter auszubrechen. Magische Spiele, also. Hatte Lily nicht einmal erzählt, dass es so etwas bei den Muggeln im alten Rom ebenfalls gegeben hatte? Gladiatorenkämpfe, die im Grunde nichts anderem gedient hatten, als der Belustigung der Mächtigen, die sich am Tod und dem Unglück der »Spielenden« aufgeilen konnten.<br />
Es überraschte ihn kein Stück weit, ausgerechnet den Namen seiner Mutter in diesem Zusammenhang zu lesen. Und zugleich drehte es ihm halb den Magen um.<br />
Sirius hatte keinerlei Zweifel daran gehegt, dass seine Eltern mit den Todessern in Verbindung standen. Wie eng diese Verbindung allerdings sein musste, wurde ihm gerade zum ersten Mal in dieser Deutlichkeit vor Augen geführt.<br />
Er stand vom Tisch auf, die Zigarette, die er sich vorhin angesteckt hatte, hatte sich überwiegend selbst geraucht. Nun ließ er sie schlicht in die halb volle Kaffeetasse fallen, ehe er den Tagespropheten achtlos in eine Umhängetasche stopfte und Alphards Brief verschwinden ließ.<br />
Er apparierte direkt zu James und Lily.<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">»Habt ihr’s schon gelesen?«, wollte er wissen, bleich wie der Tod und zugleich rasend vor stummer Wut.</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Alphard hatte ihm den Zeitungsartikel zugeschickt.</div>
Die Eule war eine fremde gewesen, der beiliegende Brief wie schon die letzten Jahre über nicht unterschrieben. Aber die Handschrift hätte Sirius überall erkannt. Und mit jeder Zeile des Artikels, die er las, verdunkelten seine Gesichtszüge sich mehr. Die Kaffeetasse verharrte auf halbem Weg zu seinem Mund, während graue Augen über die gedruckten Absätze flogen, nur um schließlich am Datum hängen zu bleiben.<br />
Wäre das ein Aprilscherz, wäre er ziemlich geschmacklos. Und jemand hätte sich verdammt heftig im Datum geirrt.<br />
»Das kann doch nicht ihr verfluchter Ernst sein«, murrte er und starrte das Käseblatt an, als würden sich allein dadurch die Buchstaben zu einer anderen Geschichte anordnen.<br />
Ein Teil von ihm hatte den Drang, in hysterisches Gelächter auszubrechen. Magische Spiele, also. Hatte Lily nicht einmal erzählt, dass es so etwas bei den Muggeln im alten Rom ebenfalls gegeben hatte? Gladiatorenkämpfe, die im Grunde nichts anderem gedient hatten, als der Belustigung der Mächtigen, die sich am Tod und dem Unglück der »Spielenden« aufgeilen konnten.<br />
Es überraschte ihn kein Stück weit, ausgerechnet den Namen seiner Mutter in diesem Zusammenhang zu lesen. Und zugleich drehte es ihm halb den Magen um.<br />
Sirius hatte keinerlei Zweifel daran gehegt, dass seine Eltern mit den Todessern in Verbindung standen. Wie eng diese Verbindung allerdings sein musste, wurde ihm gerade zum ersten Mal in dieser Deutlichkeit vor Augen geführt.<br />
Er stand vom Tisch auf, die Zigarette, die er sich vorhin angesteckt hatte, hatte sich überwiegend selbst geraucht. Nun ließ er sie schlicht in die halb volle Kaffeetasse fallen, ehe er den Tagespropheten achtlos in eine Umhängetasche stopfte und Alphards Brief verschwinden ließ.<br />
Er apparierte direkt zu James und Lily.<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">»Habt ihr’s schon gelesen?«, wollte er wissen, bleich wie der Tod und zugleich rasend vor stummer Wut.</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Lily Potter]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=381</link>
			<pubDate>Thu, 11 Dec 2025 08:32:11 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=137">Lily Potter</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=381</guid>
			<description><![CDATA[Ihre Arme hatten noch um den kleinen Körper neben sich einen schützenden Käfig geformt, soweit das bei einem schlafenden Baby möglich war. Irgendwann in der Nacht hatte Harry offenbar entschieden, das er eher ein Seestern war und so hatte Lily am Morgen einen Fuß unter der Nase gehabt und irgendwo unterm Kinn eine Kinderhand, während ihr Sohn friedlich schnorchelnd da gelegen hatte.<br />
Für ihn gab es noch keine Sorgen. Er kannte noch keine Angst.<br />
Harry erlebte die Welt nicht so, wie Lily und James das taten.<br />
Und wenn es nach Lily ging, blieben ihm die Grausamkeiten und das Chaos auch weiterhin fern und er konnte eine glückliche Kindheit erleben. Wenngleich auch in Einsamkeit und ohne die schulende Hand anderer Gleichaltriger.<br />
Gerade hatte sie sich eigentlich wieder an ihr Kind kuscheln und weiterschlafen wollen, als vertraute Schritte die Treppe nach oben kamen und sie James Präsenz in der Tür wahrnahm.<br />
Gehört hatte sie ihn vorher schon. Er hatte irgendwas unten in der Küche gemacht, aber Lily war zu müde gewesen, als dass sie sich dafür erhoben hätte. Jetzt allerdings war seine Präsenz fast schon drängend und Lily setzte sich auf.<br />
Es gab kein Guten Morgen. Kein liebevolles Lächeln.<br />
Sofort scannte Lily Potter die Mimik ihres Mannes und ihr Gesicht wurde zu einer ausdruckslosen Maske.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Sie haben es also wirklich in die Tat umgesetzt, hmh?“</span>, wollte sie wissen.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Wie schlimm und wie widerwärtig ist es? So auf einer Skala von Harrys Windeln bis zum vergessenen Sandwich unterm Kühlschrank?“</span><br />
Das konnte immerhin ein Eigenleben entwickeln.<br />
Harrys Windeln hatten es zwar auch in sich, aber dennoch war das Sandwich unter dem Kühlschrank einer Freundin, der sie beim Umzug geholfen hatten, das schlimmste, woran sie sich erinnerte. Hauptsächlich wegen der Krabbeltiere.<br />
Harry ließ sie im Bett liegen, während sie aufstand, um nach unten zu gehen, den Alarmzauber scharf stellend, der sie informieren würde, wenn Harry aufwachte.<br />
Sie brauchte keinen großen Blick in die Zeitung, um Abscheu und regelrecht Panik empfinden zu können.<br />
Statt sich mit ihrem Tee zu beschäftigen, suchte sie Nähe. Nähe zu James, dem sie vertraute und den sie hier hatte. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Wir werden das irgendwie… irgendwie schaffen wir das. Irgendwie wird die Welt auch das überstehen.“</span><br />
Hoffte sie.<br />
Und zum ersten Mal in ihrem Leben zweifelte Lily Potter an ihrer eigenen Zuversicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ihre Arme hatten noch um den kleinen Körper neben sich einen schützenden Käfig geformt, soweit das bei einem schlafenden Baby möglich war. Irgendwann in der Nacht hatte Harry offenbar entschieden, das er eher ein Seestern war und so hatte Lily am Morgen einen Fuß unter der Nase gehabt und irgendwo unterm Kinn eine Kinderhand, während ihr Sohn friedlich schnorchelnd da gelegen hatte.<br />
Für ihn gab es noch keine Sorgen. Er kannte noch keine Angst.<br />
Harry erlebte die Welt nicht so, wie Lily und James das taten.<br />
Und wenn es nach Lily ging, blieben ihm die Grausamkeiten und das Chaos auch weiterhin fern und er konnte eine glückliche Kindheit erleben. Wenngleich auch in Einsamkeit und ohne die schulende Hand anderer Gleichaltriger.<br />
Gerade hatte sie sich eigentlich wieder an ihr Kind kuscheln und weiterschlafen wollen, als vertraute Schritte die Treppe nach oben kamen und sie James Präsenz in der Tür wahrnahm.<br />
Gehört hatte sie ihn vorher schon. Er hatte irgendwas unten in der Küche gemacht, aber Lily war zu müde gewesen, als dass sie sich dafür erhoben hätte. Jetzt allerdings war seine Präsenz fast schon drängend und Lily setzte sich auf.<br />
Es gab kein Guten Morgen. Kein liebevolles Lächeln.<br />
Sofort scannte Lily Potter die Mimik ihres Mannes und ihr Gesicht wurde zu einer ausdruckslosen Maske.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Sie haben es also wirklich in die Tat umgesetzt, hmh?“</span>, wollte sie wissen.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Wie schlimm und wie widerwärtig ist es? So auf einer Skala von Harrys Windeln bis zum vergessenen Sandwich unterm Kühlschrank?“</span><br />
Das konnte immerhin ein Eigenleben entwickeln.<br />
Harrys Windeln hatten es zwar auch in sich, aber dennoch war das Sandwich unter dem Kühlschrank einer Freundin, der sie beim Umzug geholfen hatten, das schlimmste, woran sie sich erinnerte. Hauptsächlich wegen der Krabbeltiere.<br />
Harry ließ sie im Bett liegen, während sie aufstand, um nach unten zu gehen, den Alarmzauber scharf stellend, der sie informieren würde, wenn Harry aufwachte.<br />
Sie brauchte keinen großen Blick in die Zeitung, um Abscheu und regelrecht Panik empfinden zu können.<br />
Statt sich mit ihrem Tee zu beschäftigen, suchte sie Nähe. Nähe zu James, dem sie vertraute und den sie hier hatte. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Wir werden das irgendwie… irgendwie schaffen wir das. Irgendwie wird die Welt auch das überstehen.“</span><br />
Hoffte sie.<br />
Und zum ersten Mal in ihrem Leben zweifelte Lily Potter an ihrer eigenen Zuversicht.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Fenrir Greyback]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=376</link>
			<pubDate>Thu, 27 Nov 2025 22:38:03 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=7">Fenrir Greyback</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=376</guid>
			<description><![CDATA['Aus. Vorbei. Wir können diesen Bastarden nicht mehr bedienen als wären sie unsere Lieblingskunden!' Blanche schritt aufgeregt auf und ab, die rechte Hand erhoben als würde sie einen Taktstock in der Hand halten und die Finger immer wieder ballend, als könne sie gewissen Menschen im Zaubergamot eigenhändig den Hals umdrehen. Fabian lehnte hingegen an der Verkaufstheke, die Füße lose überkreuzt und die Arme verschränkt, seine Schwester still bei ihrer Tirade beobachtend, die nun schon gute zehn Minuten anhielt. Ihre Wut richtete sich nicht gegen ihn. Er <i>verstand</i> das Feuer, das in ihrem Herzen loderte nur zu gut. Dennoch blieb er ruhig. Sie waren Gegengewichte, wenn einer aufdrehte, dann begann der andere zu erden. <br />
<br />
Das war allerdings nicht alles. Der heutige Leitartikel des Tagespropheten war nicht nur ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich noch ein letztes bisschen Ordnung geklammert hatten, sondern auch das Einläuten einer neuen Ära. Er witterte es geradezu, dass er schon bald weitaus involvierter in diese Geschichte sein würde als er sollte und seine Mundwinkel zogen sich etwas nach oben, bis er grinste - oder war es doch eher ein Zähne fletschen? <b>"Blanche. Wenn du jetzt die Nerven wegschmeißt und einem dieser Herrschaften die Knie verkehrt herum fluchst, landest du schneller selbst in diesen Spielen als du 'ungerecht' sagen kannst. Reg dich ab."</b> Okay, das hätte er vielleicht ein bisschen feinfühliger formulieren können. Ein bisschen mehr so, dass er klarer machte, dass er ja grundsätzlich auf ihrer Seite stand! Doch da gab es eine Seite in ihm, die sich gerade am liebsten über die Schnauze geleckt hätte, die jetzt am liebsten gleich auf die Jagd gegangen wäre. Er sollte vielleicht auch wirklich anregen, dass sie noch was essen gehen könnten. Es waren Momente wie diese, die ihm ganz klar vor Augen führten, dass er sich veränderte. Es war nicht direkt mit dem Biss damals geschehen, sonst wüssten sie alle doch schon längst, dass etwas an ihm anders war. Doch vor wenigen Monaten war er zum Fenrir aufgestiegen, war innerhalb des Rudels zu Fenrir Greyback geworden. Er spürte, wie ihn die Verantwortung und die daran hängenden Entscheidungen veränderten. <br />
<br />
<b>"Wie wäre es damit: Du lehnst dich zurück und wenn diese Spiele wirklich nahen, bringst du ein paar ordentlich überteuerte Broschen heraus, die sich das zum Thema nehmen? Du ziehst ihnen das Geld aus der Tasche und nennst es Patriotismus, statt dich selbst in Gefahr zu bringen." </b>Nur drei Schritte und Blanche stand ihm gegenüber, Nase an Nase. Diese Wut im Blick, die ihm deutlich machte, dass er jetzt besser nichts falsches sagte. Doch noch bevor sie den Mund aufmachen konnte, hob er die rechte Hand in einer stummen Bitte ihn aussprechen zu lassen. Nun war <i>sie </i>es, die die Arme verschränkte, ihn schmaläugig musterte, die Mundwinkel zu einem harten Strich gepresst. <br />
<b>"Hol dir ihr Geld und steck es in was, das denen helfen wird, die davon am meisten betroffen sind." </b>Ja, der Wolf in ihm war laut. Er spürte eine Gelegenheit nahen. Er war jedoch nicht nur Fenrir, sondern auch Fabian. Fabian behielt auch im Angesicht der Gefahr einen kühlen Kopf, so wie es einem guten Fluchbrecher im besten Falle erging. Zufrieden stellte er fest, dass sich Blanches Gesichtsmuskeln wieder etwas entspannten, er selbst zuckte mit den Schultern. <b>"Denk dran, wir sind als Halbblüter direkt als nächste dran, wenn wir nicht aufpassen." </b>Als <i>ob </i>die Todesser, als ob der Dunkle Lord bei Muggelstämmigen Halt machen würde. Er hatte ihn schon getroffen. Nichts, was Blanche wusste, nichts was sie je erfahren würde, wenn alles gut ging. <br />
<br />
Fabian duckte sich, oder tat zumindest so. Diesmal waren Wolf und Mensch im Einklang. Auch Fenrir Greyback reihte sich in des Dunklen Lords Armee ein, ohne dagegen aufzumucken. <i>Noch</i> nicht. Wenn es nach ihm ging. Diese Allianz würde nicht für immer halten und er würde sie zu seinen Konditionen beenden, sich nicht davon überraschen lassen, dass man ihn und seine Wölfe irgendwann nicht mehr brauchte. <b>"Versprichst du mir, dass du auf dich aufpasst? Man traut sich ja nicht fort von hier bei der Laune."</b>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA['Aus. Vorbei. Wir können diesen Bastarden nicht mehr bedienen als wären sie unsere Lieblingskunden!' Blanche schritt aufgeregt auf und ab, die rechte Hand erhoben als würde sie einen Taktstock in der Hand halten und die Finger immer wieder ballend, als könne sie gewissen Menschen im Zaubergamot eigenhändig den Hals umdrehen. Fabian lehnte hingegen an der Verkaufstheke, die Füße lose überkreuzt und die Arme verschränkt, seine Schwester still bei ihrer Tirade beobachtend, die nun schon gute zehn Minuten anhielt. Ihre Wut richtete sich nicht gegen ihn. Er <i>verstand</i> das Feuer, das in ihrem Herzen loderte nur zu gut. Dennoch blieb er ruhig. Sie waren Gegengewichte, wenn einer aufdrehte, dann begann der andere zu erden. <br />
<br />
Das war allerdings nicht alles. Der heutige Leitartikel des Tagespropheten war nicht nur ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich noch ein letztes bisschen Ordnung geklammert hatten, sondern auch das Einläuten einer neuen Ära. Er witterte es geradezu, dass er schon bald weitaus involvierter in diese Geschichte sein würde als er sollte und seine Mundwinkel zogen sich etwas nach oben, bis er grinste - oder war es doch eher ein Zähne fletschen? <b>"Blanche. Wenn du jetzt die Nerven wegschmeißt und einem dieser Herrschaften die Knie verkehrt herum fluchst, landest du schneller selbst in diesen Spielen als du 'ungerecht' sagen kannst. Reg dich ab."</b> Okay, das hätte er vielleicht ein bisschen feinfühliger formulieren können. Ein bisschen mehr so, dass er klarer machte, dass er ja grundsätzlich auf ihrer Seite stand! Doch da gab es eine Seite in ihm, die sich gerade am liebsten über die Schnauze geleckt hätte, die jetzt am liebsten gleich auf die Jagd gegangen wäre. Er sollte vielleicht auch wirklich anregen, dass sie noch was essen gehen könnten. Es waren Momente wie diese, die ihm ganz klar vor Augen führten, dass er sich veränderte. Es war nicht direkt mit dem Biss damals geschehen, sonst wüssten sie alle doch schon längst, dass etwas an ihm anders war. Doch vor wenigen Monaten war er zum Fenrir aufgestiegen, war innerhalb des Rudels zu Fenrir Greyback geworden. Er spürte, wie ihn die Verantwortung und die daran hängenden Entscheidungen veränderten. <br />
<br />
<b>"Wie wäre es damit: Du lehnst dich zurück und wenn diese Spiele wirklich nahen, bringst du ein paar ordentlich überteuerte Broschen heraus, die sich das zum Thema nehmen? Du ziehst ihnen das Geld aus der Tasche und nennst es Patriotismus, statt dich selbst in Gefahr zu bringen." </b>Nur drei Schritte und Blanche stand ihm gegenüber, Nase an Nase. Diese Wut im Blick, die ihm deutlich machte, dass er jetzt besser nichts falsches sagte. Doch noch bevor sie den Mund aufmachen konnte, hob er die rechte Hand in einer stummen Bitte ihn aussprechen zu lassen. Nun war <i>sie </i>es, die die Arme verschränkte, ihn schmaläugig musterte, die Mundwinkel zu einem harten Strich gepresst. <br />
<b>"Hol dir ihr Geld und steck es in was, das denen helfen wird, die davon am meisten betroffen sind." </b>Ja, der Wolf in ihm war laut. Er spürte eine Gelegenheit nahen. Er war jedoch nicht nur Fenrir, sondern auch Fabian. Fabian behielt auch im Angesicht der Gefahr einen kühlen Kopf, so wie es einem guten Fluchbrecher im besten Falle erging. Zufrieden stellte er fest, dass sich Blanches Gesichtsmuskeln wieder etwas entspannten, er selbst zuckte mit den Schultern. <b>"Denk dran, wir sind als Halbblüter direkt als nächste dran, wenn wir nicht aufpassen." </b>Als <i>ob </i>die Todesser, als ob der Dunkle Lord bei Muggelstämmigen Halt machen würde. Er hatte ihn schon getroffen. Nichts, was Blanche wusste, nichts was sie je erfahren würde, wenn alles gut ging. <br />
<br />
Fabian duckte sich, oder tat zumindest so. Diesmal waren Wolf und Mensch im Einklang. Auch Fenrir Greyback reihte sich in des Dunklen Lords Armee ein, ohne dagegen aufzumucken. <i>Noch</i> nicht. Wenn es nach ihm ging. Diese Allianz würde nicht für immer halten und er würde sie zu seinen Konditionen beenden, sich nicht davon überraschen lassen, dass man ihn und seine Wölfe irgendwann nicht mehr brauchte. <b>"Versprichst du mir, dass du auf dich aufpasst? Man traut sich ja nicht fort von hier bei der Laune."</b>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Dougal Salazar]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=374</link>
			<pubDate>Tue, 25 Nov 2025 15:39:10 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=79">Dougal Salazar</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=374</guid>
			<description><![CDATA[Interessiert neigte er den Kopf, als seine Augen die schreienden Schlagzeilen des Tagespropheten erfassten. Sie empfingen diese Kundgebung nicht an dem Ort der Lehre, den er für seine Schützlinge auserkoren hatte, doch Ausflüge an Orte, die von magischen Familien bewohnt waren, gehörten dann doch immer wieder dazu. Das Papier war schon längst von Feuchtigkeit durchweicht, die Tinte stellenweise verlaufen, ohnehin war es für ihn auch nach all der Zeit sehr schwer diese Schrift zu lesen. Doch jemand hatte sich die Mühe gemacht diese Zeitung an der Haustür zu befestigen. Ein Haus, das voller Leben gewesen war und jetzt nicht mehr. Er wusste nicht wieso, aber irgendwie musste es damit zu tun haben, nicht wahr? Das war nicht nur ein Stück Dekoration. Darum gab er sich redlich Mühe damit, es zu entschlüsseln. <br />
<br />
Das Einzige, das in dieser Überschrift aber zu ihm durchdrang war dieser Begriff <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Magische Spiele</span>. Er mochte Spiele! Sie konnten einem kühle Abende vertreiben und Gelächter in eine Runde sich völlig fremder Menschen bringen. Ab und an führten sie freilich auch zu etwas viel Ehrgeiz auf der einen oder anderen Seite und dann vielleicht auch zu bitteren Tränen. Mit gerunzelter Stirn stand er noch eine Weile da, dann entschied er diesen Schrieb nun einfach einzupacken und zu jemandem zu bringen, der ihm vielleicht mehr darüber sagen könnte. <br />
<br />
<hr style="margin: auto; width:70%;">
<br />
<b>"Du willst also sagen, dass die Regierung jetzt Menschen vermutlich ein Spiel auf Leben und Tod antreten lässt statt sie wegzusperren, oder einfach so zu töten?"</b> Dougal nahm einen Schluck Bier und betrachtete die Eulenhändlerin über den Rand des Glases hinweg. <b>"Wenn du mich fragst ist das besser als gar keine Chance. Ist man dann dieses reinblütig, wenn man gewinnt?"</b> Nein, so <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ganz</span> begriff er die Tagespolitik noch immer nicht, allerdings wären nun viele wohl darüber entsetzt gewesen, wie gleichmütig er die Neuigkeit aufnahm. Monarchen mit kruden Ideen? Gab es ständig, wenn keine anständigen Ratgeber Schlimmeres verhinderten. Seine Erfahrung. Es war doch eine Verbesserung, oder? Also wenn man dem glauben wollte, was man immer mal wieder in Gesprächen aufschnappen konnte. Oh, Dougal wusste nicht, was er von dieser Zeit halten sollte. Alle Menschen waren so... verwirrend. Auf der einen Seite lernten sie von klein auf mit Zauberstäben zu kämpfen, auf der anderen Seite schienen sie jeden Tag aufs Neue davon überrascht, dass von ausgebildeten Kämpfern erwartet wurde zu... kämpfen. Hm.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Interessiert neigte er den Kopf, als seine Augen die schreienden Schlagzeilen des Tagespropheten erfassten. Sie empfingen diese Kundgebung nicht an dem Ort der Lehre, den er für seine Schützlinge auserkoren hatte, doch Ausflüge an Orte, die von magischen Familien bewohnt waren, gehörten dann doch immer wieder dazu. Das Papier war schon längst von Feuchtigkeit durchweicht, die Tinte stellenweise verlaufen, ohnehin war es für ihn auch nach all der Zeit sehr schwer diese Schrift zu lesen. Doch jemand hatte sich die Mühe gemacht diese Zeitung an der Haustür zu befestigen. Ein Haus, das voller Leben gewesen war und jetzt nicht mehr. Er wusste nicht wieso, aber irgendwie musste es damit zu tun haben, nicht wahr? Das war nicht nur ein Stück Dekoration. Darum gab er sich redlich Mühe damit, es zu entschlüsseln. <br />
<br />
Das Einzige, das in dieser Überschrift aber zu ihm durchdrang war dieser Begriff <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Magische Spiele</span>. Er mochte Spiele! Sie konnten einem kühle Abende vertreiben und Gelächter in eine Runde sich völlig fremder Menschen bringen. Ab und an führten sie freilich auch zu etwas viel Ehrgeiz auf der einen oder anderen Seite und dann vielleicht auch zu bitteren Tränen. Mit gerunzelter Stirn stand er noch eine Weile da, dann entschied er diesen Schrieb nun einfach einzupacken und zu jemandem zu bringen, der ihm vielleicht mehr darüber sagen könnte. <br />
<br />
<hr style="margin: auto; width:70%;">
<br />
<b>"Du willst also sagen, dass die Regierung jetzt Menschen vermutlich ein Spiel auf Leben und Tod antreten lässt statt sie wegzusperren, oder einfach so zu töten?"</b> Dougal nahm einen Schluck Bier und betrachtete die Eulenhändlerin über den Rand des Glases hinweg. <b>"Wenn du mich fragst ist das besser als gar keine Chance. Ist man dann dieses reinblütig, wenn man gewinnt?"</b> Nein, so <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ganz</span> begriff er die Tagespolitik noch immer nicht, allerdings wären nun viele wohl darüber entsetzt gewesen, wie gleichmütig er die Neuigkeit aufnahm. Monarchen mit kruden Ideen? Gab es ständig, wenn keine anständigen Ratgeber Schlimmeres verhinderten. Seine Erfahrung. Es war doch eine Verbesserung, oder? Also wenn man dem glauben wollte, was man immer mal wieder in Gesprächen aufschnappen konnte. Oh, Dougal wusste nicht, was er von dieser Zeit halten sollte. Alle Menschen waren so... verwirrend. Auf der einen Seite lernten sie von klein auf mit Zauberstäben zu kämpfen, auf der anderen Seite schienen sie jeden Tag aufs Neue davon überrascht, dass von ausgebildeten Kämpfern erwartet wurde zu... kämpfen. Hm.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Rune Gindelwald]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=348</link>
			<pubDate>Thu, 23 Oct 2025 12:26:39 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=131">Rune Grindelwald</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=348</guid>
			<description><![CDATA[Der Tagesprophet lag auf dem Küchentisch. Rune hatte den Artikel bereits am Morgen im Ministerium gesehen, aber keine Zeit gehabt, ihn wirklich zu lesen. Seine Kollegen hatten darüber gesprochen, lauter als nötig, mit dieser Mischung aus Eifer und Vorsicht, die seit einiger Zeit in den Korridoren der Strafverfolgung hing. Er hatte Gesprächsfetzen aufgefangen. Nun stand er vor dem Küchentisch und sah auf das Gesicht von Walburga Black hinab. Freude lag darin, Erwartung, und vielleicht auch eine gehörige Portion Genugtuung. Rune konnte nicht genau sagen, ob er diese Regung wirklich erkannte oder ob er sie nur bei ihr befürchtete.<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Er nahm die Zeitung in die Hand und überflog die ersten Zeilen. Reformen in der Strafverfolgung. Magische Spiele. Läuterung und Ordnung. Es waren große Worte für etwas, das in seinen Ohren nach Urteilen klang, die nur noch nicht ausgesprochen worden waren und bei denen man es auch nicht aussprechen wollte. Langsam legte er die Zeitung wieder auf den Tisch. Einen Moment strich er mit dem Daumen über die Kante des Pergaments, als könne er dort eine Unebenheit glätten, bevor er den Blick auf die Hexe richtete, die ihn von ihrem Foto erwartungsvoll ansah. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Eine bemerkenswerte Entscheidung.“, </span>sagte Rune mit ruhiger Stimme. Sie blieb leise, aber jedes Wort war deutlich gesprochen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Sie wird sicher Wirkung zeigen.“</span> Das Lächeln, welches er lächelte, war höflich genug, um nicht als Widerspruch zu gelten und unauffällig genug, um nicht zu viel Begeisterung zu verraten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Das Ministerium wird entsprechend vorbereitet sein müssen. Ich nehme an, in der Strafverfolgung werden die nächsten Tage nicht ruhig.“</span> Der junge Grindelwald neigte den Kopf respektvoll, dann faltete er die Zeitung ordentlich zusammen und wandte sich vom Küchentisch ab. Erst als er den Raum verlassen hatte, bemerkte er, dass seine linke Hand in der Jackentasche lag. Die Finger fest um das Maßband geschlossen. </div>
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> </span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Tagesprophet lag auf dem Küchentisch. Rune hatte den Artikel bereits am Morgen im Ministerium gesehen, aber keine Zeit gehabt, ihn wirklich zu lesen. Seine Kollegen hatten darüber gesprochen, lauter als nötig, mit dieser Mischung aus Eifer und Vorsicht, die seit einiger Zeit in den Korridoren der Strafverfolgung hing. Er hatte Gesprächsfetzen aufgefangen. Nun stand er vor dem Küchentisch und sah auf das Gesicht von Walburga Black hinab. Freude lag darin, Erwartung, und vielleicht auch eine gehörige Portion Genugtuung. Rune konnte nicht genau sagen, ob er diese Regung wirklich erkannte oder ob er sie nur bei ihr befürchtete.<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Er nahm die Zeitung in die Hand und überflog die ersten Zeilen. Reformen in der Strafverfolgung. Magische Spiele. Läuterung und Ordnung. Es waren große Worte für etwas, das in seinen Ohren nach Urteilen klang, die nur noch nicht ausgesprochen worden waren und bei denen man es auch nicht aussprechen wollte. Langsam legte er die Zeitung wieder auf den Tisch. Einen Moment strich er mit dem Daumen über die Kante des Pergaments, als könne er dort eine Unebenheit glätten, bevor er den Blick auf die Hexe richtete, die ihn von ihrem Foto erwartungsvoll ansah. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Eine bemerkenswerte Entscheidung.“, </span>sagte Rune mit ruhiger Stimme. Sie blieb leise, aber jedes Wort war deutlich gesprochen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Sie wird sicher Wirkung zeigen.“</span> Das Lächeln, welches er lächelte, war höflich genug, um nicht als Widerspruch zu gelten und unauffällig genug, um nicht zu viel Begeisterung zu verraten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Das Ministerium wird entsprechend vorbereitet sein müssen. Ich nehme an, in der Strafverfolgung werden die nächsten Tage nicht ruhig.“</span> Der junge Grindelwald neigte den Kopf respektvoll, dann faltete er die Zeitung ordentlich zusammen und wandte sich vom Küchentisch ab. Erst als er den Raum verlassen hatte, bemerkte er, dass seine linke Hand in der Jackentasche lag. Die Finger fest um das Maßband geschlossen. </div>
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> </span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Barnabas Peverell]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=345</link>
			<pubDate>Tue, 21 Oct 2025 23:30:54 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=130">Barnabas Peverell</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=345</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><i>Reform. Spiele. Entlastung.</I> <br></span></span><br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">Barnabas hätte diesen Schund am liebsten zusammengeknüllt und ihn Althea Potter bei der wöchentlichen Redaktionsrunde der sonntäglich erscheinenden Zeitung gerne ins Gesicht geworfen. Nicht gezaubert, nicht mit einem <i>Levioso</I> schwebend auf Augenhöhe seinen Unmut bedeutend: Nein. Einfach in simpler und effizienter Muggel-Manier gegen den Kopf geschmettert. Wie ein Quaffel, der den Ring traf. Wie konnte sie Yaxley derartigen Schund überhaupt bis in die Schlussredaktion durchgehen lassen? Sie war doch am Montag mit im Gamot gewesen?! <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">Aber er atmete. Seine Züge blieben unbewegt. Er saß immerhin nicht alleine an diesem Tisch und er wettete, er war auch nicht der Einzige, der so über Yaxleys‘ Artikel dachte. Doch die Zeiten hatten sich nun einmal geändert. Gwenda Griffins Rauswurf war nicht das erste Exempel gewesen, das man am Tagespropheten statuiert hatte. </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">Schon in den letzten Monaten – und wenn er ehrlich war Jahren! – hatte sich der Berichterstatter mehr und mehr in ein Propagandablatt entwickelt. Barnabas lehnte sich auf dem Schreibtischstuhl im Meetingraum etwas zurück. Seine Finger trommelten ein wenig ungeduldig auf der Glasplatte mit dem eingravierten Pentagramm, das die fünf wichtigsten Personen des Blattes hier wöchentlich versammelte: Althea Potter, die Inhaberin des Tagespropheten – Algernon Yaxley, seit Gwendas Entlassung der neue Chefredakteur (den Barnabas aufs – wohlgemerkt reine – Blut nicht ausstehen konnte), den Chef vom Dienst, Altheas Mann (der also ungefähr gar nichts zu sagen hatte…), seine Wenigkeit für die Ressorts Gesellschaft, Sport und Politik sowie eine weitere Redakteurin, die sich um die seichten Teile des Tagespropheten bemühte (obgleich die Leserzuschriften mittlerweile längst nicht mehr so <i>seicht</I> waren).  <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><b>“Bei allem Respekt, aber finden wir nicht, dass <i>wegweisende Sitzung</I> und <i>das ehrwürdige Zaubergamot</I> etwas dick aufgetragen sind?“</B>, fragte er und konnte seinen Unmut nicht ganz verbergen. „Und wieso erfahren wir eigentlich erst jetzt davon? – So unmittelbar vor Druckschluss… Die Sitzung des Gamots war doch schon vor drei Tagen?“ Es fiel ihm selten schwer, seine Miene unter Kontrolle zu halten und er war auch selten aufgebracht. Doch es war nicht Yaxleys Art die Dinge zu formulieren und dem Regime in die Karten zu spielen, die in seinen Augen wenig mit objektiver und differenzierter Berichterstattung zu tun hatten. Es war der Inhalt, von dem er jetzt erst erfuhr, der ihn fassungslos und wütend zurückließ.  <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">Eine <i>kontinuierlich steigende Belastung der Justiz</I>? Es war wohl eher eine Welle an unrechtmäßigen Verurteilungen aus Willkür gegen Halbblüter und Muggelstämmige. Gwenda hatte nicht unrecht gehabt, als sie immer wieder aufbegehrt und erklärt hatte, man müsse etwas gegen diese Entwicklung tun. Letztens hatte er ihr noch einzureden versucht, ihre neueste Idee, ein anonymes Flugblatt rauszugeben, um den Menschen die Wahrheit näherzubringen, sei Gnomzunder. Jetzt aber? – Wenn er das hier so las, musste er sich eingestehen, dass nicht sie sich getäuscht hatte, sondern er. Seine letzten Hoffnungen in die Meinungsfreiheit und die Integrität des Tagespropheten wurden mit diesem Artikel so jäh zerschlagen, dass er sich Mühe geben musste, seine hart erkämpfte Position seit Gwendas Ausscheiden nicht mit zwei unüberlegten Sätzen (und einem zusammengeknüllten Artikel) aufs Spiel zu setzen. <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">Seine Augen huschten über den Artikel von Algernon, der einfach schweigend dasaß und ihn – nein, er bildete es sich sicher nicht ein! – süffisant anlächelte. »Sind Sie der Meinung, was unser hochgeschätztes Gamot beschließt, sei nicht rechtmäßig, Peverell?«, zischte er mit der gefährlichen Mischung aus Angriffslust und Überlegenheit, die Raubtiere ihrer Beute entgegenbrachten. Barnabas Kiefer pressten sich leicht aufeinander. <b>„Ich würde niemals die Worte und Entscheidungen unseres <u>hochgeschätzten</U> Zaubergamots anzweifeln. – Allerdings bin ich doch der Meinung, dass wir nach wir vor unseren Leserinnen und Lesern zur Objektivität verpflichtet sind. Und daher nicht den kritischen Blick auf politische Geschehnisse verlieren sollten, den diese seit Jahrhunderten renommierte Zeitung seit jeher ausmacht – Mister Yaxley, Sir.“</B> Dunkel funkelten die schwarzen Augen zu seinem Vorgesetzten herüber. Für einen kurzen Moment fühlte es sich so an, als könne es ihm egal werden, ob er seinen Job aufs Spiel setzte – mit Worten, die früher nie problematisch gewesen wären. <br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">»Sie finden meinen Artikel <i>verherrlichend</I>?« lauerte Yaxley und die Stimmung im Redaktionsraum war zum Schneiden gespannt. <b>“Ich finde von <i>Erfolgen</I> zu sprechen, wo unschuldige Hexen und Zauberer zu hunderten den Tod gefunden haben, … euphemistisch, ja. Das kann ich leider nicht anders sagen. – Denn das sind nichts Blacks Worte, sondern Ihre.“</B> Barnabas lenkte seine Aufmerksamkeit in die Gesichter der anderen Anwesenden. Es lag eine seltsame Betroffenheit im Raum, die niemand zugeben wollte. Alle verbargen sich hinter diesen kalten Masken der Professionalität, die ihm ansonsten mindestens ebenso gut stand. Heute fühlte sie sich zu eng an. Falsch und verräterisch. <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><b>“Es tut mir leid, das so sagen zu müssen: Aber diesem Artikel mangelt es an der kritischen Auseinandersetzung mit dem, was diese Spiele bedeuten werden. Für alle.“</B>  Yaxley lehnte sich ein Stück nach vorn, beugte sich halb über den Tisch ihm entgegen. Sein Kristallglas mit Wasser schabte in einem ohrenbetäubenden Klang über die matte Oberfläche und verklang in dem Schweigen. »Für <i>alle</I> oder für Sie, Peverell?« <br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">Die Frage fiel wie ein Tropfen Gift auf einen spiegelglatten klaren See. Man konnte das Atmen hören – und vielleicht auch das Fehlen desselbigen, da Yaxleys Stimme eine Atemlosigkeit hinterließ, die ihresgleichen suchte. Barnabas‘ Finger hatten aufgehört, den Tisch zu malträtieren. Er behielt die Wut, die sich in ihm formte, für sich und lächelte schließlich. <b>“Für alle von uns so geschätzten Leserinnen und Leser unseres Tagespropheten; zu denen ich selbstredend gehöre. Denn ich studiere jedes – einzelne – Wort, das hier gedruckt wird. Seit Jahren.“</b> Yaxley lachte kalt. »Natürlich. Wie fleißig. Unser kleiner Student hat sich gemacht…«  <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">Seinen Ärger ertränkte Barnabas in einem Lächeln und dem Glas Sprudelwasser, das er an seine Lippen hob, weil er wusste, das nun der Augenblick gekommen war, an dem er nichts mehr hinzuzufügen hatte. Die restlichen Anwesenden hatten diese Fehde zwischen ihm und Yaxley längst satt – und eine zielführende Debatte war offensichtlich ebenso wenig möglich, wie sie es scheinbar im Zaubergamot gewesen war. Diese Entscheidung (wie auch immer sie vom Tagespropheten propagiert wurde) war nicht nur bedenklich, sie war ein Skandal. Und sie nicht als denselben zu behandeln, fühlte sich für ihn an wie ein Verrat an dem Vertrauen ihrer Leserschaft. Doch da er ganz offensichtlich der Einzige war, der so empfand – oder sich traute, es auszusprechen – war er alleine auf weiter Flur. Und so würde er nicht weiterkommen.  <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">Magische Spiele also… Prüfungen der Gerechtigkeit. Läuterung oder Rückkehr. Und dann sprach man von kulturellem Ereignis und Sponsoring von Teilnehmern? Das war keine Farce… Es war eine Grausamkeit, die die finstersten, schlimmsten Seiten aus Antike und Mittelalter wieder hervorzerrte. Das alles hatte nichts mehr mit einem Rechtsstaat oder Demokratie zu tun. Das war.. ihm fiel nicht einmal mehr ein Begriff ein, der diesen Ausnahmezustand adäquat beschreiben konnte. Und wenn ihm die Worte fehlten, dann hatte es etwas zu bedeuten. In diesem Fall nichts Gutes. </span></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><i>Reform. Spiele. Entlastung.</I> <br></span></span><br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">Barnabas hätte diesen Schund am liebsten zusammengeknüllt und ihn Althea Potter bei der wöchentlichen Redaktionsrunde der sonntäglich erscheinenden Zeitung gerne ins Gesicht geworfen. Nicht gezaubert, nicht mit einem <i>Levioso</I> schwebend auf Augenhöhe seinen Unmut bedeutend: Nein. Einfach in simpler und effizienter Muggel-Manier gegen den Kopf geschmettert. Wie ein Quaffel, der den Ring traf. Wie konnte sie Yaxley derartigen Schund überhaupt bis in die Schlussredaktion durchgehen lassen? Sie war doch am Montag mit im Gamot gewesen?! <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">Aber er atmete. Seine Züge blieben unbewegt. Er saß immerhin nicht alleine an diesem Tisch und er wettete, er war auch nicht der Einzige, der so über Yaxleys‘ Artikel dachte. Doch die Zeiten hatten sich nun einmal geändert. Gwenda Griffins Rauswurf war nicht das erste Exempel gewesen, das man am Tagespropheten statuiert hatte. </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">Schon in den letzten Monaten – und wenn er ehrlich war Jahren! – hatte sich der Berichterstatter mehr und mehr in ein Propagandablatt entwickelt. Barnabas lehnte sich auf dem Schreibtischstuhl im Meetingraum etwas zurück. Seine Finger trommelten ein wenig ungeduldig auf der Glasplatte mit dem eingravierten Pentagramm, das die fünf wichtigsten Personen des Blattes hier wöchentlich versammelte: Althea Potter, die Inhaberin des Tagespropheten – Algernon Yaxley, seit Gwendas Entlassung der neue Chefredakteur (den Barnabas aufs – wohlgemerkt reine – Blut nicht ausstehen konnte), den Chef vom Dienst, Altheas Mann (der also ungefähr gar nichts zu sagen hatte…), seine Wenigkeit für die Ressorts Gesellschaft, Sport und Politik sowie eine weitere Redakteurin, die sich um die seichten Teile des Tagespropheten bemühte (obgleich die Leserzuschriften mittlerweile längst nicht mehr so <i>seicht</I> waren).  <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><b>“Bei allem Respekt, aber finden wir nicht, dass <i>wegweisende Sitzung</I> und <i>das ehrwürdige Zaubergamot</I> etwas dick aufgetragen sind?“</B>, fragte er und konnte seinen Unmut nicht ganz verbergen. „Und wieso erfahren wir eigentlich erst jetzt davon? – So unmittelbar vor Druckschluss… Die Sitzung des Gamots war doch schon vor drei Tagen?“ Es fiel ihm selten schwer, seine Miene unter Kontrolle zu halten und er war auch selten aufgebracht. Doch es war nicht Yaxleys Art die Dinge zu formulieren und dem Regime in die Karten zu spielen, die in seinen Augen wenig mit objektiver und differenzierter Berichterstattung zu tun hatten. Es war der Inhalt, von dem er jetzt erst erfuhr, der ihn fassungslos und wütend zurückließ.  <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">Eine <i>kontinuierlich steigende Belastung der Justiz</I>? Es war wohl eher eine Welle an unrechtmäßigen Verurteilungen aus Willkür gegen Halbblüter und Muggelstämmige. Gwenda hatte nicht unrecht gehabt, als sie immer wieder aufbegehrt und erklärt hatte, man müsse etwas gegen diese Entwicklung tun. Letztens hatte er ihr noch einzureden versucht, ihre neueste Idee, ein anonymes Flugblatt rauszugeben, um den Menschen die Wahrheit näherzubringen, sei Gnomzunder. Jetzt aber? – Wenn er das hier so las, musste er sich eingestehen, dass nicht sie sich getäuscht hatte, sondern er. Seine letzten Hoffnungen in die Meinungsfreiheit und die Integrität des Tagespropheten wurden mit diesem Artikel so jäh zerschlagen, dass er sich Mühe geben musste, seine hart erkämpfte Position seit Gwendas Ausscheiden nicht mit zwei unüberlegten Sätzen (und einem zusammengeknüllten Artikel) aufs Spiel zu setzen. <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">Seine Augen huschten über den Artikel von Algernon, der einfach schweigend dasaß und ihn – nein, er bildete es sich sicher nicht ein! – süffisant anlächelte. »Sind Sie der Meinung, was unser hochgeschätztes Gamot beschließt, sei nicht rechtmäßig, Peverell?«, zischte er mit der gefährlichen Mischung aus Angriffslust und Überlegenheit, die Raubtiere ihrer Beute entgegenbrachten. Barnabas Kiefer pressten sich leicht aufeinander. <b>„Ich würde niemals die Worte und Entscheidungen unseres <u>hochgeschätzten</U> Zaubergamots anzweifeln. – Allerdings bin ich doch der Meinung, dass wir nach wir vor unseren Leserinnen und Lesern zur Objektivität verpflichtet sind. Und daher nicht den kritischen Blick auf politische Geschehnisse verlieren sollten, den diese seit Jahrhunderten renommierte Zeitung seit jeher ausmacht – Mister Yaxley, Sir.“</B> Dunkel funkelten die schwarzen Augen zu seinem Vorgesetzten herüber. Für einen kurzen Moment fühlte es sich so an, als könne es ihm egal werden, ob er seinen Job aufs Spiel setzte – mit Worten, die früher nie problematisch gewesen wären. <br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">»Sie finden meinen Artikel <i>verherrlichend</I>?« lauerte Yaxley und die Stimmung im Redaktionsraum war zum Schneiden gespannt. <b>“Ich finde von <i>Erfolgen</I> zu sprechen, wo unschuldige Hexen und Zauberer zu hunderten den Tod gefunden haben, … euphemistisch, ja. Das kann ich leider nicht anders sagen. – Denn das sind nichts Blacks Worte, sondern Ihre.“</B> Barnabas lenkte seine Aufmerksamkeit in die Gesichter der anderen Anwesenden. Es lag eine seltsame Betroffenheit im Raum, die niemand zugeben wollte. Alle verbargen sich hinter diesen kalten Masken der Professionalität, die ihm ansonsten mindestens ebenso gut stand. Heute fühlte sie sich zu eng an. Falsch und verräterisch. <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><b>“Es tut mir leid, das so sagen zu müssen: Aber diesem Artikel mangelt es an der kritischen Auseinandersetzung mit dem, was diese Spiele bedeuten werden. Für alle.“</B>  Yaxley lehnte sich ein Stück nach vorn, beugte sich halb über den Tisch ihm entgegen. Sein Kristallglas mit Wasser schabte in einem ohrenbetäubenden Klang über die matte Oberfläche und verklang in dem Schweigen. »Für <i>alle</I> oder für Sie, Peverell?« <br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">Die Frage fiel wie ein Tropfen Gift auf einen spiegelglatten klaren See. Man konnte das Atmen hören – und vielleicht auch das Fehlen desselbigen, da Yaxleys Stimme eine Atemlosigkeit hinterließ, die ihresgleichen suchte. Barnabas‘ Finger hatten aufgehört, den Tisch zu malträtieren. Er behielt die Wut, die sich in ihm formte, für sich und lächelte schließlich. <b>“Für alle von uns so geschätzten Leserinnen und Leser unseres Tagespropheten; zu denen ich selbstredend gehöre. Denn ich studiere jedes – einzelne – Wort, das hier gedruckt wird. Seit Jahren.“</b> Yaxley lachte kalt. »Natürlich. Wie fleißig. Unser kleiner Student hat sich gemacht…«  <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">Seinen Ärger ertränkte Barnabas in einem Lächeln und dem Glas Sprudelwasser, das er an seine Lippen hob, weil er wusste, das nun der Augenblick gekommen war, an dem er nichts mehr hinzuzufügen hatte. Die restlichen Anwesenden hatten diese Fehde zwischen ihm und Yaxley längst satt – und eine zielführende Debatte war offensichtlich ebenso wenig möglich, wie sie es scheinbar im Zaubergamot gewesen war. Diese Entscheidung (wie auch immer sie vom Tagespropheten propagiert wurde) war nicht nur bedenklich, sie war ein Skandal. Und sie nicht als denselben zu behandeln, fühlte sich für ihn an wie ein Verrat an dem Vertrauen ihrer Leserschaft. Doch da er ganz offensichtlich der Einzige war, der so empfand – oder sich traute, es auszusprechen – war er alleine auf weiter Flur. Und so würde er nicht weiterkommen.  <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: 'EB Garamond';" class="mycode_font">Magische Spiele also… Prüfungen der Gerechtigkeit. Läuterung oder Rückkehr. Und dann sprach man von kulturellem Ereignis und Sponsoring von Teilnehmern? Das war keine Farce… Es war eine Grausamkeit, die die finstersten, schlimmsten Seiten aus Antike und Mittelalter wieder hervorzerrte. Das alles hatte nichts mehr mit einem Rechtsstaat oder Demokratie zu tun. Das war.. ihm fiel nicht einmal mehr ein Begriff ein, der diesen Ausnahmezustand adäquat beschreiben konnte. Und wenn ihm die Worte fehlten, dann hatte es etwas zu bedeuten. In diesem Fall nichts Gutes. </span></span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Casimir Delancey]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=286</link>
			<pubDate>Thu, 28 Aug 2025 23:42:44 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=100">Casimir Delancey</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=286</guid>
			<description><![CDATA[„Und? Was hältst du davon?“, wollte Aphelios drängend von seinem Vater wissen, der bereits zum zweiten Mal den Blick von der ersten bis zur letzten Zeile schweifen ließ. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Spiele. </span>Casimir las zwar was dort geschrieben stand, konnte es jedoch nur schwer begreifen und erst recht nicht wirklich realisieren. Natürlich zog er es in die Länge! Denn während er versuchte, das Gelesene zu verstehen, suchte er zugleich fieberhaft nach einer Antwort, die seinem Sohn die aktuellen Sorgen wenigstens ein klein wenig nehmen könnte.<br />
Doch was sollte er schon sagen können? Was ließ sich da noch schönreden? Und wieso zum Teufel konnte Aphelios das nicht einfach seine Mutter fragen?! Ja, Morticia fragen, von der Casimir nicht einmal sagen konnte, wie ihre Sicht der Dinge darüber wohl wäre. Pro Reinblut, natürlich. Und Muggel? Niedere Wesen! Casimir wusste um die Ansichten der Familie Crae, in der auch seine Frau aufgewachsen war, doch ebenso wusste er um das butterweiche Herz seines Sohnes. Vielleicht sollte er tatsächlich das Gespräch mit Morticia suchen – ganz gleich, wie oft sie dabei über ihn und seine Art die Augen verdrehen würde.<br />
Doch zurück zum Wesentlichen – und damit zu seinem Sohn.<br />
„Also, ich halte das hier für … einen Fehler. Das klingt, als würden wir Vieh zu unserer Belustigung zusammentreiben, in der Hoffnung, zu sehen wie sie einander selbst zerfleischen.“ Drastische Wortwahl, die auch Aphelios kurz verdattert dreinblicken ließ. Verstohlen sah er sich zu allen Seiten um, als könnten die Wände im Wohnbereich des Anwesens plötzlich Ohren besitzen.<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> „Das … das kannst du doch aber nicht laut sagen!“</span><br />
Herrje, die Schlagzeile schien den Kopf seines Sohnes mit Unsicherheit und Angst gefüllt zu haben. Dabei sollte doch gerade ihm nichts passieren. Genau, solange es seinem Sohn am Ende des Ganzen noch gut gehen würde, dann … tja, was dann?<br />
Mit einem tiefen Schnaufen legte Casimir die Zeitung fein säuberlich auf den sonst so reichlich gedeckten Esstisch.<br />
„Ich kann das sehr wohl laut sagen – gerade, wenn es darum geht, dich hiervor zu warnen. Du hast ein riesiges Herz und ich weiß, dass es hierbei auch um deine Freunde geht. Doch du bist mein Sohn und ich will dich so weit wie möglich von alldem fernhalten. Deiner Mutter geht es nicht anders.“ Seine Stimme, der man sonst so oft das schiefe Grinsen regelrecht anhören konnte, verlor jeglichen Schalk und gewann dafür an besorgter Ernsthaftigkeit. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ich soll also nur zusehen?!</span>“ Nicht die Antwort, die er sich offenbar von seinem Vater erhofft hatte. Wobei...<br />
 „Ja. Doch das gilt nicht für mich.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[„Und? Was hältst du davon?“, wollte Aphelios drängend von seinem Vater wissen, der bereits zum zweiten Mal den Blick von der ersten bis zur letzten Zeile schweifen ließ. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Spiele. </span>Casimir las zwar was dort geschrieben stand, konnte es jedoch nur schwer begreifen und erst recht nicht wirklich realisieren. Natürlich zog er es in die Länge! Denn während er versuchte, das Gelesene zu verstehen, suchte er zugleich fieberhaft nach einer Antwort, die seinem Sohn die aktuellen Sorgen wenigstens ein klein wenig nehmen könnte.<br />
Doch was sollte er schon sagen können? Was ließ sich da noch schönreden? Und wieso zum Teufel konnte Aphelios das nicht einfach seine Mutter fragen?! Ja, Morticia fragen, von der Casimir nicht einmal sagen konnte, wie ihre Sicht der Dinge darüber wohl wäre. Pro Reinblut, natürlich. Und Muggel? Niedere Wesen! Casimir wusste um die Ansichten der Familie Crae, in der auch seine Frau aufgewachsen war, doch ebenso wusste er um das butterweiche Herz seines Sohnes. Vielleicht sollte er tatsächlich das Gespräch mit Morticia suchen – ganz gleich, wie oft sie dabei über ihn und seine Art die Augen verdrehen würde.<br />
Doch zurück zum Wesentlichen – und damit zu seinem Sohn.<br />
„Also, ich halte das hier für … einen Fehler. Das klingt, als würden wir Vieh zu unserer Belustigung zusammentreiben, in der Hoffnung, zu sehen wie sie einander selbst zerfleischen.“ Drastische Wortwahl, die auch Aphelios kurz verdattert dreinblicken ließ. Verstohlen sah er sich zu allen Seiten um, als könnten die Wände im Wohnbereich des Anwesens plötzlich Ohren besitzen.<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> „Das … das kannst du doch aber nicht laut sagen!“</span><br />
Herrje, die Schlagzeile schien den Kopf seines Sohnes mit Unsicherheit und Angst gefüllt zu haben. Dabei sollte doch gerade ihm nichts passieren. Genau, solange es seinem Sohn am Ende des Ganzen noch gut gehen würde, dann … tja, was dann?<br />
Mit einem tiefen Schnaufen legte Casimir die Zeitung fein säuberlich auf den sonst so reichlich gedeckten Esstisch.<br />
„Ich kann das sehr wohl laut sagen – gerade, wenn es darum geht, dich hiervor zu warnen. Du hast ein riesiges Herz und ich weiß, dass es hierbei auch um deine Freunde geht. Doch du bist mein Sohn und ich will dich so weit wie möglich von alldem fernhalten. Deiner Mutter geht es nicht anders.“ Seine Stimme, der man sonst so oft das schiefe Grinsen regelrecht anhören konnte, verlor jeglichen Schalk und gewann dafür an besorgter Ernsthaftigkeit. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ich soll also nur zusehen?!</span>“ Nicht die Antwort, die er sich offenbar von seinem Vater erhofft hatte. Wobei...<br />
 „Ja. Doch das gilt nicht für mich.“]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Theresa Avery]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=283</link>
			<pubDate>Tue, 26 Aug 2025 10:10:48 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=64">Theresa Avery</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=283</guid>
			<description><![CDATA[Theresa seufzte, als sie den Tagespropheten schloss. Der Zaubergamot hatte beschlossen eine umfassende Reform in der Strafjustiz zu verfolgen, da man etwas gegen die steigende Belastung und die zunehmenden Kosten unternehmen wollte. Der Artikel las sich wirklich gut, aber nur weil es sich gut lesen lies war es noch nicht gut. Prüfungen, in einer Art Spielsystem… sie wusste nicht was sie davon halten sollte. Sie wusste nur, dass dieses beunruhigende Gefühl in ihr aufstieg. Was würde passieren? Würde es dabeibleiben? Wie würden diese Spiele aussehen? Waren es Spiele auf Leben und Tod? Was würde sich Walburga Black einfallen lassen als oberste Spielmacherin? Es waren ungewisse Zeiten, ja wirklich ungewiss. Sie fand es weder gut noch schlecht, sie würde sich erst ein genaues Bild machen müssen, bevor sie eine wirkliche Entscheidung treffen konnte. Theresa legte den Tagespropheten beiseite und schloss ihre Augen. Egal, was kam, das ungute Gefühl, welches sich in ihrem Inneren sammelte, war da und schien so schnell nicht verschwinden zu wollen. Diese unklare Zeit machte Theresa unsicher. Was würde die Zukunft nur bringen? Sie hoffte das Beste.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Theresa seufzte, als sie den Tagespropheten schloss. Der Zaubergamot hatte beschlossen eine umfassende Reform in der Strafjustiz zu verfolgen, da man etwas gegen die steigende Belastung und die zunehmenden Kosten unternehmen wollte. Der Artikel las sich wirklich gut, aber nur weil es sich gut lesen lies war es noch nicht gut. Prüfungen, in einer Art Spielsystem… sie wusste nicht was sie davon halten sollte. Sie wusste nur, dass dieses beunruhigende Gefühl in ihr aufstieg. Was würde passieren? Würde es dabeibleiben? Wie würden diese Spiele aussehen? Waren es Spiele auf Leben und Tod? Was würde sich Walburga Black einfallen lassen als oberste Spielmacherin? Es waren ungewisse Zeiten, ja wirklich ungewiss. Sie fand es weder gut noch schlecht, sie würde sich erst ein genaues Bild machen müssen, bevor sie eine wirkliche Entscheidung treffen konnte. Theresa legte den Tagespropheten beiseite und schloss ihre Augen. Egal, was kam, das ungute Gefühl, welches sich in ihrem Inneren sammelte, war da und schien so schnell nicht verschwinden zu wollen. Diese unklare Zeit machte Theresa unsicher. Was würde die Zukunft nur bringen? Sie hoffte das Beste.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Kalina Gregorovitch]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=282</link>
			<pubDate>Tue, 26 Aug 2025 10:10:34 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=97">Kalina Gregorovitch</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=282</guid>
			<description><![CDATA[Federleicht berührten ihre Fingerspitzen das mit schwarzer Tinte bedruckte Papier, welches verkündete das der Zaubergamot im Rahmen einer Sitzung eine umfassende Reform beschlossen hatte, die den Bereich der magischen Strafjustiz betraf. Den ganzen Tag über hatte es im Ministerium bereits Geflüster gegeben, Mitarbeiter die sich mit leisen Stimmen unterhielten, sich immer wieder vorsichtig umsahen als hätten sie das Gefühl beobachtet zu werden. Das Getuschel war Kalina nicht entgangen, auch wenn sie den Artikel nicht gelesen hatte bis sie nach ihrer Arbeit nachhause gekommen war. Sie saß in ihrem Veloursleder Ohrensessel, im Kamin brannte ein Feuer dessen Wärme sie jedoch nicht zu erreichen schien und die Flammen züngelten als würden sie nach etwas gieren. Vielleicht nach dem Papier, welches auf Kalinas Schoß lag. Sie konnte es den Flammen nicht verübeln, womöglich wollten sie den Tagespropheten ebenso versengen wie sie selbst. Diese Idee konnte nur von einem Reinblut stammen, von einem das durch zu viel Inzucht im Blut, nicht mehr alle Gehirnzellen beieinanderhatte. Magieprüfungen wie zur Zeit des antiken Roms oder im 13. Jahrhundert. Sie waren weder im alten Rom noch befanden sie sich im 13. Jahrhundert. Es hatte Gründe gegeben, weshalb die Prüfungen durch Magie über Jahrhunderte nicht mehr angewandt wurden. Kalina griff nach dem Tagespropheten auf ihrem Schoß, zerknüllte die Tageszeitung und warf sie mit einem Wurf in das Kaminfeuer, welches sich sofort begann durch das Papier zu fressen und mit jeder Sekunde mehr davon in Asche verwandelte. Ein Seufzer verließ ihren Mund. Dies war der Beginn des Untergangs der britischen magischen Gesellschaft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Federleicht berührten ihre Fingerspitzen das mit schwarzer Tinte bedruckte Papier, welches verkündete das der Zaubergamot im Rahmen einer Sitzung eine umfassende Reform beschlossen hatte, die den Bereich der magischen Strafjustiz betraf. Den ganzen Tag über hatte es im Ministerium bereits Geflüster gegeben, Mitarbeiter die sich mit leisen Stimmen unterhielten, sich immer wieder vorsichtig umsahen als hätten sie das Gefühl beobachtet zu werden. Das Getuschel war Kalina nicht entgangen, auch wenn sie den Artikel nicht gelesen hatte bis sie nach ihrer Arbeit nachhause gekommen war. Sie saß in ihrem Veloursleder Ohrensessel, im Kamin brannte ein Feuer dessen Wärme sie jedoch nicht zu erreichen schien und die Flammen züngelten als würden sie nach etwas gieren. Vielleicht nach dem Papier, welches auf Kalinas Schoß lag. Sie konnte es den Flammen nicht verübeln, womöglich wollten sie den Tagespropheten ebenso versengen wie sie selbst. Diese Idee konnte nur von einem Reinblut stammen, von einem das durch zu viel Inzucht im Blut, nicht mehr alle Gehirnzellen beieinanderhatte. Magieprüfungen wie zur Zeit des antiken Roms oder im 13. Jahrhundert. Sie waren weder im alten Rom noch befanden sie sich im 13. Jahrhundert. Es hatte Gründe gegeben, weshalb die Prüfungen durch Magie über Jahrhunderte nicht mehr angewandt wurden. Kalina griff nach dem Tagespropheten auf ihrem Schoß, zerknüllte die Tageszeitung und warf sie mit einem Wurf in das Kaminfeuer, welches sich sofort begann durch das Papier zu fressen und mit jeder Sekunde mehr davon in Asche verwandelte. Ein Seufzer verließ ihren Mund. Dies war der Beginn des Untergangs der britischen magischen Gesellschaft.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>