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		<title><![CDATA[things we lost in the fire - Bewerbungen]]></title>
		<link>https://www.things-we-lost.de/</link>
		<description><![CDATA[things we lost in the fire - https://www.things-we-lost.de]]></description>
		<pubDate>Fri, 07 Aug 2026 03:13:48 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Leander Gamp]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=467</link>
			<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 16:33:39 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=151">Leander Gamp</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=467</guid>
			<description><![CDATA[Die Sonne warf ihr warmes goldenes Licht durch die hohen Fenster des Esszimmers und malte sanfte Zeichen auf einem jungen und ein alten Gesicht. Beide Männer hatten die Blicke auf dieselbe Version einer Zeitung gerichtet, die Mimik ausdruckslos, die Lippen in ähnlicher Art zusammengepresst. Der Jüngere war es, der den ersten Ton von sich gab. Ein tiefes Einatmen, dass seinen Brustkorb hob, während die Kiefermuskulatur sich anspannte.<br />
Dann beugte er sich nochmal vor, las den Artikel erneut und fand doch keine anderen Informationen vor. Weder hatten sich die Bilder verändert, noch hatten die Buchstaben sich plötzlich umgestellt und einen völlig anderen Text ergeben. Die Informationen waren die Gleichen.<br />
Er hob die Hand und fuhr sich damit übers glatt rasierte Kinn, ehe er ungläubig den Kopf schüttelte. Andere mochten in so einem Moment Angst um ihre Familien haben, verständlicherweise. Aber in Leanders Kopf gab es nur einen sehr Initialen Gedanken. Er musste nach Regulus sehen.<br />
Er suchte den Blick seines Vaters, bekam diesen aber nicht. Aber er kannte diesen Gesichtsausdruck und wusste, was als nächstes passieren würde. Mit einem Mal sah Leander all seine Zukunftsträume nur noch in weiter Ferne. Bevor der Andere also überhaupt sprechen konnte, war Leander bereits aufgestanden und griff nach seinem Jackett.<br />
„Ich muss zu Regulus“, erklärte er. „Ich will sehen, ob es ihm gut geht.“<br />
Er erwiderte den fragenden Blick seines Vaters ohne weitere Nachfragen mit einem leichten Lächeln. Es gab auch keine Zeit dafür, denn Leander war bereits zur Tür hinaus, bevor man ihn hätte aufhalten können und hatte den Kamin im Arbeitszimmer seines Vaters angesteuert.<br />
Er musste nach ihm sehen.<br />
Sich überzeugen,  dass es ihm gut ging.<br />
Ihn da rausholen? Nein. Das würde kaum funktionieren. Das würde bedeuten,  dass er auch seine Familie verriet.<br />
Völlig undenkbar.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Sonne warf ihr warmes goldenes Licht durch die hohen Fenster des Esszimmers und malte sanfte Zeichen auf einem jungen und ein alten Gesicht. Beide Männer hatten die Blicke auf dieselbe Version einer Zeitung gerichtet, die Mimik ausdruckslos, die Lippen in ähnlicher Art zusammengepresst. Der Jüngere war es, der den ersten Ton von sich gab. Ein tiefes Einatmen, dass seinen Brustkorb hob, während die Kiefermuskulatur sich anspannte.<br />
Dann beugte er sich nochmal vor, las den Artikel erneut und fand doch keine anderen Informationen vor. Weder hatten sich die Bilder verändert, noch hatten die Buchstaben sich plötzlich umgestellt und einen völlig anderen Text ergeben. Die Informationen waren die Gleichen.<br />
Er hob die Hand und fuhr sich damit übers glatt rasierte Kinn, ehe er ungläubig den Kopf schüttelte. Andere mochten in so einem Moment Angst um ihre Familien haben, verständlicherweise. Aber in Leanders Kopf gab es nur einen sehr Initialen Gedanken. Er musste nach Regulus sehen.<br />
Er suchte den Blick seines Vaters, bekam diesen aber nicht. Aber er kannte diesen Gesichtsausdruck und wusste, was als nächstes passieren würde. Mit einem Mal sah Leander all seine Zukunftsträume nur noch in weiter Ferne. Bevor der Andere also überhaupt sprechen konnte, war Leander bereits aufgestanden und griff nach seinem Jackett.<br />
„Ich muss zu Regulus“, erklärte er. „Ich will sehen, ob es ihm gut geht.“<br />
Er erwiderte den fragenden Blick seines Vaters ohne weitere Nachfragen mit einem leichten Lächeln. Es gab auch keine Zeit dafür, denn Leander war bereits zur Tür hinaus, bevor man ihn hätte aufhalten können und hatte den Kamin im Arbeitszimmer seines Vaters angesteuert.<br />
Er musste nach ihm sehen.<br />
Sich überzeugen,  dass es ihm gut ging.<br />
Ihn da rausholen? Nein. Das würde kaum funktionieren. Das würde bedeuten,  dass er auch seine Familie verriet.<br />
Völlig undenkbar.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Cattleya Bouchard]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=433</link>
			<pubDate>Thu, 12 Mar 2026 23:03:56 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=146">Cattleya Bouchard</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=433</guid>
			<description><![CDATA[Der Tagesprophet lag zwischen Toast, Kürbissaft und einer Schale mit Orangenmarmelade auf dem Tisch in der Großen Halle. Cattleya hatte ihn bemerkt, doch sie hatte sich nicht erlaubt, hinzusehen. Das war eines der Dinge, die sie früh gelernt hatte. Dinge erst dann anzusehen, wenn niemand mehr sehen konnte, dass sie einen trafen, wenn die Möglichkeit bestand, dass sie einen treffen konnten. Bei dem Tagespropheten war dies der Fall. Der Morgen in der Großen Halle war laut. Besteck klirrte, Eulen flatterten mit der Post über den Haustischen und irgendwo lachte jemand viel zu schrill. Ein Ravenclaw aus dem siebten Jahr fluchte leise, weil seine Post im Porridge gelandet war. Es war alles gewöhnlich. <br />
 <br />
Cat gestattete sich schließlich zum Tagesprophet zu sehen. Die Überschrift sprang ihr regelrecht ins Gesicht. Einen Atemzug lang hielt sie in ihrer Bewegung inne, dann schloss sie die Finger um den Henkel ihrer Tasse, hob sie an und trank einen Schluck. Nicht zu schnell, nicht zu langsam, genau richtig. Sowie man es von ihr erwartete. Sie hatte keine Ahnung, ob jemand sie ansah. Das war beinahe schlimmer, als sich sicher beobachtet zu fühlen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Cat?“</span> Neben ihr beugte sich Èlodie, eine ihrer Mitschülerinnen aus ihrem Jahrgang, zu ihr hinüber. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Alles in Ordnung?“,</span> wurde Cat von ihr gefragt. Cattleya stockte einen Wimpernschlag in ihrer Bewegung, ehe sie die Tasse auf der dafür vorgesehenen Untertasse absetzte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Natürlich.“,</span> antwortete Cat. Sie zog den Tagespropheten näher an sich heran, spürte das Èlodie sie beobachtete. Ihre Augen glitten über die Zeilen. Erst einmal, dann ein weiteres Mal. Entlastung. Kosten. Leichte bis mittelschwere Vergehen. Läuterung. Kulturelles Ereignis. Finanziell entlastende Maßnahme. Etwas zog sich schmerzhaft in ihr zusammen. Es war nicht das Wort Strafe oder Askaban, welches diese Reaktion in ihr auslöste. Es war das Wort Mehrwert. Ein Mensch konnte verurteilt werden, ein Mensch konnte leiden oder gar sterben, aber der Tagesprophet berichtete darüber als hätte man beschlossen, dass man die Fassade von Gringotts streichen wolle.<br />
<br />
Ihr Blick blieb an einem Namen hängen. Walburga Black. Oberste Spielmacherin.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Das ist widerlich“</span>, murmelte Èlodie neben ihr. Ein paar Köpfe ihrer Mitschüler drehten sich zu ihnen. Cattleya faltete die Zeitung langsam in der Mitte zusammen, legte sie ordentlich wieder auf den Tisch. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Vorsicht“,</span> sagte sie leise als sie ihre Hand nach ihrer Teetasse austreckte und die Finger erneut um den Henkel legte. Sie spürte das Èlodie sie anstarrte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Vorsicht? Cat, hast das gelesen?“</span> Cat sah ihre Mitschülerin nicht an, als sie die Tasse zu ihren Lippen führte, einen Schluck trank und anschließend mit einer knappen Bestätigung antwortete. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Und?“, </span>fragte Èlodie darauf. Cat sah sie für einen Moment an, für einen Moment wollte sie etwas sagen, doch sie erinnerte sich an die Worte ihrer Mutter Jeanne. Sie sollte lächeln und ihrem Umfeld die Maske zeigen, die sie sehen wollten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ich denke, dass der Tagesprophet sehr geschickt darin ist, Blut aus seinen Artikeln zu waschen.“</span> Èlodie neben ihr schwieg. Es war nur das rege morgentliche Treiben der Großen Halle zu hören. Cat nahm ihre Serviette, tupfte sich den Mund ab und schob ihren Teller ein Stück von sich weg. Gegessen hatte sie kaum etwas, das würde sie später spüren, aber nicht jetzt. Jetzt war ihr Magen ein Klumpten aus Pergament und kaltem harten Wachs. Ihr Blick fiel auf ihre Umgebung. Am Lehrertisch sprach Professor Sprout mit Professor Flitwick, weiterhinten stritten zwei Gryffindors über etwas, was sich anhörte wie Quiddtich und ein Ravenclaw aus einem der unteren Jahrgänge goss sich zu viel Kürbissaft ein, welcher über sein Glas schwappte. Die Welt ging weiter, das tat sie immer, selbst nach den schlimmsten Beschlüssen frühstückten Menschen als wäre nicht geschehen. Cat stand auf. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Wohin gehst du?“</span>, fragte Èlodie. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„In die Bibliothek.“,</span> antwortete Cat ruhig. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Vor dem Unterricht?“</span>, fragte ihre Hauskameradin überrasch.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Ja.“,</span> antwortete Cat knapp. Sie nahm den Tagespropheten vom Tisch und mit sich. Auf dem Weg aus der Großen Halle hielt Cat den Kopf oben, ihre Schritte waren ruhig. Niemand würde sehen, dass ihr Herz zu schnell schlug und ihre Hände kalt waren. <br />
 <br />
Sie schritt durch die Eingangshalle, schlug den Weg zur Bibliothek ein und erst als sie sich sicher war, dass sie allein war blieb sie stehen. Dort, zwischen Ritterrüstungen und dem Morgenlicht das durch die Fenster fiel, entfaltete sie die Zeitung noch einmal. Ihr Blick suchte den letzten Absatz, dann den Anfang, dann wieder die Namen. Orion Black. Walburga Black. Magische Spiele. Läuterung. Cat zog ein kleines Notizbuch aus ihrer Tasche. Der Einband war dunkelblau, mit goldenen Schnörkeln und an einer Ecke wirkte es abgenutzt. Jeanne hätte es unordentlich genannt. Cat nannte es gebraucht. Eine Feder folgte. Ausgefranzt an manchen Stellen. Würde Jeanne dies sehen, würde sie ihr umgehend eine neue Feder kaufen. Cat schlug das Notizbuch auf und schrieb in sorgfältiger, feinsäuberlicher Schrift:<br />
 <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">`09.Oktober 1980. Offizielle Ankündigung im Tagespropheten. Entlastung, Läuterung, Mehrwert. Askaban als Vorwand, Wirtschaftlicher Nutzen wird betont. Blacks im Mittelpunkt. ` </span><br />
<br />
Cat hielt inne, die Feder schwebte über dem Papier. Für einen Moment überlegte sie etwas Weiteres in ihr Notizbuch zu schreiben, entschied sich dann jedoch dagegen. Sie schloss das Notizbuch. In diesem Augenblick war sie nicht die Tochter einer alten Familie, nicht die perfekte künftige Erbin. Sie war einfach nur fünfzehn. Ein Mädchen in einem Korridor, mit einer Zeitung in der Hand und der schlechten Ahnung, dass Erwachsene gerade etwas beschlossen hatten, das sie später Tradition nennen würden. Cat atmete tief ein, dann faltete sie den Tagespropheten zusammen, als wäre er nichts weiter als Papier und steckte ihn in ihre Tasche. Sie setzte ihren Weg fort, aber nicht in Richtung der Bibliothek, sondern zu ihrem Klassenzimmer. Ihrem Gesicht war nichts von all dem, was sie gelesen und gedacht hatte anzusehen, es war vollkommen ruhig. In ihrer Tasche jedoch, zwischen dem Notizbuch, der Feder, den Büchern und dem Tintenfass, da lag der Artikel wie ein kleiner schwarzer Stein und Cat wusste, dass sie ihn nicht vergessen würde. Das war der erst der Beginn von etwas Grausamen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Tagesprophet lag zwischen Toast, Kürbissaft und einer Schale mit Orangenmarmelade auf dem Tisch in der Großen Halle. Cattleya hatte ihn bemerkt, doch sie hatte sich nicht erlaubt, hinzusehen. Das war eines der Dinge, die sie früh gelernt hatte. Dinge erst dann anzusehen, wenn niemand mehr sehen konnte, dass sie einen trafen, wenn die Möglichkeit bestand, dass sie einen treffen konnten. Bei dem Tagespropheten war dies der Fall. Der Morgen in der Großen Halle war laut. Besteck klirrte, Eulen flatterten mit der Post über den Haustischen und irgendwo lachte jemand viel zu schrill. Ein Ravenclaw aus dem siebten Jahr fluchte leise, weil seine Post im Porridge gelandet war. Es war alles gewöhnlich. <br />
 <br />
Cat gestattete sich schließlich zum Tagesprophet zu sehen. Die Überschrift sprang ihr regelrecht ins Gesicht. Einen Atemzug lang hielt sie in ihrer Bewegung inne, dann schloss sie die Finger um den Henkel ihrer Tasse, hob sie an und trank einen Schluck. Nicht zu schnell, nicht zu langsam, genau richtig. Sowie man es von ihr erwartete. Sie hatte keine Ahnung, ob jemand sie ansah. Das war beinahe schlimmer, als sich sicher beobachtet zu fühlen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Cat?“</span> Neben ihr beugte sich Èlodie, eine ihrer Mitschülerinnen aus ihrem Jahrgang, zu ihr hinüber. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Alles in Ordnung?“,</span> wurde Cat von ihr gefragt. Cattleya stockte einen Wimpernschlag in ihrer Bewegung, ehe sie die Tasse auf der dafür vorgesehenen Untertasse absetzte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Natürlich.“,</span> antwortete Cat. Sie zog den Tagespropheten näher an sich heran, spürte das Èlodie sie beobachtete. Ihre Augen glitten über die Zeilen. Erst einmal, dann ein weiteres Mal. Entlastung. Kosten. Leichte bis mittelschwere Vergehen. Läuterung. Kulturelles Ereignis. Finanziell entlastende Maßnahme. Etwas zog sich schmerzhaft in ihr zusammen. Es war nicht das Wort Strafe oder Askaban, welches diese Reaktion in ihr auslöste. Es war das Wort Mehrwert. Ein Mensch konnte verurteilt werden, ein Mensch konnte leiden oder gar sterben, aber der Tagesprophet berichtete darüber als hätte man beschlossen, dass man die Fassade von Gringotts streichen wolle.<br />
<br />
Ihr Blick blieb an einem Namen hängen. Walburga Black. Oberste Spielmacherin.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Das ist widerlich“</span>, murmelte Èlodie neben ihr. Ein paar Köpfe ihrer Mitschüler drehten sich zu ihnen. Cattleya faltete die Zeitung langsam in der Mitte zusammen, legte sie ordentlich wieder auf den Tisch. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Vorsicht“,</span> sagte sie leise als sie ihre Hand nach ihrer Teetasse austreckte und die Finger erneut um den Henkel legte. Sie spürte das Èlodie sie anstarrte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Vorsicht? Cat, hast das gelesen?“</span> Cat sah ihre Mitschülerin nicht an, als sie die Tasse zu ihren Lippen führte, einen Schluck trank und anschließend mit einer knappen Bestätigung antwortete. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Und?“, </span>fragte Èlodie darauf. Cat sah sie für einen Moment an, für einen Moment wollte sie etwas sagen, doch sie erinnerte sich an die Worte ihrer Mutter Jeanne. Sie sollte lächeln und ihrem Umfeld die Maske zeigen, die sie sehen wollten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ich denke, dass der Tagesprophet sehr geschickt darin ist, Blut aus seinen Artikeln zu waschen.“</span> Èlodie neben ihr schwieg. Es war nur das rege morgentliche Treiben der Großen Halle zu hören. Cat nahm ihre Serviette, tupfte sich den Mund ab und schob ihren Teller ein Stück von sich weg. Gegessen hatte sie kaum etwas, das würde sie später spüren, aber nicht jetzt. Jetzt war ihr Magen ein Klumpten aus Pergament und kaltem harten Wachs. Ihr Blick fiel auf ihre Umgebung. Am Lehrertisch sprach Professor Sprout mit Professor Flitwick, weiterhinten stritten zwei Gryffindors über etwas, was sich anhörte wie Quiddtich und ein Ravenclaw aus einem der unteren Jahrgänge goss sich zu viel Kürbissaft ein, welcher über sein Glas schwappte. Die Welt ging weiter, das tat sie immer, selbst nach den schlimmsten Beschlüssen frühstückten Menschen als wäre nicht geschehen. Cat stand auf. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Wohin gehst du?“</span>, fragte Èlodie. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„In die Bibliothek.“,</span> antwortete Cat ruhig. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Vor dem Unterricht?“</span>, fragte ihre Hauskameradin überrasch.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Ja.“,</span> antwortete Cat knapp. Sie nahm den Tagespropheten vom Tisch und mit sich. Auf dem Weg aus der Großen Halle hielt Cat den Kopf oben, ihre Schritte waren ruhig. Niemand würde sehen, dass ihr Herz zu schnell schlug und ihre Hände kalt waren. <br />
 <br />
Sie schritt durch die Eingangshalle, schlug den Weg zur Bibliothek ein und erst als sie sich sicher war, dass sie allein war blieb sie stehen. Dort, zwischen Ritterrüstungen und dem Morgenlicht das durch die Fenster fiel, entfaltete sie die Zeitung noch einmal. Ihr Blick suchte den letzten Absatz, dann den Anfang, dann wieder die Namen. Orion Black. Walburga Black. Magische Spiele. Läuterung. Cat zog ein kleines Notizbuch aus ihrer Tasche. Der Einband war dunkelblau, mit goldenen Schnörkeln und an einer Ecke wirkte es abgenutzt. Jeanne hätte es unordentlich genannt. Cat nannte es gebraucht. Eine Feder folgte. Ausgefranzt an manchen Stellen. Würde Jeanne dies sehen, würde sie ihr umgehend eine neue Feder kaufen. Cat schlug das Notizbuch auf und schrieb in sorgfältiger, feinsäuberlicher Schrift:<br />
 <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">`09.Oktober 1980. Offizielle Ankündigung im Tagespropheten. Entlastung, Läuterung, Mehrwert. Askaban als Vorwand, Wirtschaftlicher Nutzen wird betont. Blacks im Mittelpunkt. ` </span><br />
<br />
Cat hielt inne, die Feder schwebte über dem Papier. Für einen Moment überlegte sie etwas Weiteres in ihr Notizbuch zu schreiben, entschied sich dann jedoch dagegen. Sie schloss das Notizbuch. In diesem Augenblick war sie nicht die Tochter einer alten Familie, nicht die perfekte künftige Erbin. Sie war einfach nur fünfzehn. Ein Mädchen in einem Korridor, mit einer Zeitung in der Hand und der schlechten Ahnung, dass Erwachsene gerade etwas beschlossen hatten, das sie später Tradition nennen würden. Cat atmete tief ein, dann faltete sie den Tagespropheten zusammen, als wäre er nichts weiter als Papier und steckte ihn in ihre Tasche. Sie setzte ihren Weg fort, aber nicht in Richtung der Bibliothek, sondern zu ihrem Klassenzimmer. Ihrem Gesicht war nichts von all dem, was sie gelesen und gedacht hatte anzusehen, es war vollkommen ruhig. In ihrer Tasche jedoch, zwischen dem Notizbuch, der Feder, den Büchern und dem Tintenfass, da lag der Artikel wie ein kleiner schwarzer Stein und Cat wusste, dass sie ihn nicht vergessen würde. Das war der erst der Beginn von etwas Grausamen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Chalcephira Eleanor Ollivander]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=333</link>
			<pubDate>Sat, 04 Oct 2025 18:15:33 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=126">Chelsea Ollivander</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=333</guid>
			<description><![CDATA[Der Geruch von Polieröl und Eschenholz hing schwer in der Luft. Überall um sie herum schwebten feine Holzspäne, golden vom Licht, das durch die schmalen Fenster der Werkstatt fiel. Chelsea saß auf dem Arbeitstisch, die Beine baumelten über der Kante, und das Rascheln der Zeitung klang fast ungehörig laut in der andächtigen Stille, in der ihr Vater arbeitete. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Zaubergamot beschließt Reform der Strafjustiz...</span>“ murmelte sie leise, während ihr Blick über die geschwungenen Buchstaben glitt.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „‚Magische Spiele‘? Was für ein... absurder Name.“</span> Ihre Stimme brach das monotone Klirren von Metall auf Holz, und Garrick hob kaum merklich den Kopf, die feine Brille auf der Nasenspitze.<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> „Absurd?</span>“ wiederholte er ruhig, ohne die Bewegung seines Zauberstabs zu unterbrechen, mit dem er ein funkelndes Splitterchen Einhornhaar in die Länge zog. Chelsea faltete den <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tagespropheten</span> und schlug ihn energischer auf, als nötig. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Das hier ist doch kein Spiel. Sie nennen das Läuterung, aber eigentlich ist es nur...“ </span>Sie suchte das Wort, ihre Finger strichen über den Rand der Zeitung, wo sich Druckerschwärze auf ihre Haut legte. „Schaulust. Menschen wollen sehen, wie andere leiden. Das ist alles.“ Garrick antwortete nicht sofort. Er war nie ein Mann vieler Worte, besonders wenn er etwas bedachte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Vielleicht“</span>, sagte er schließlich ruhig, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„sehen sie es als Chance. Nicht jeder, der fällt, will auch unten bleiben.“ </span>Chelsea schnaubte leise. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Du meinst wie Orion Black und seine Frau? Die tun so, als wäre das hier Fortschritt.“</span> Sie tippte mit dem Finger auf die Überschrift, wo <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Walburga Black</span> prangte, und rollte die Augen.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Eine Frau, die wahrscheinlich lieber einen Cruciatus in den Garten pflanzen würde, als einen Baum.</span><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“</span> „Chelsea.“</span> Garricks Ton war nicht scharf, aber fest. Er legte den Zauberstab beiseite, wischte sich die Hände an einem Tuch ab und sah sie an. Seine grauen Augen hatten diesen Ausdruck, den sie kannte eine Mischung aus Müdigkeit und Fürsorge. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Urteile nicht zu schnell. Es sind andere Zeiten. Und Gerechtigkeit ist... ein schwieriges Geschäft.“ </span>Sie blickte ihn trotzig an, dann ließ sie die Schultern sinken. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Aber doch kein Spiel, Dad.“ </span>Das Wort blieb an ihr hängen. Spiele.  Ihr Magen zog sich zusammen. Der Gedanke an die Weird Sisters, an Myron, an das, was vom Lärm und Licht geblieben war nur Stille und Nachrufe brannte leise in ihr. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Sie nennen es Spiele“</span>, murmelte sie, diesmal mehr zu sich selbst,<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „weil sie vergessen wollen, dass es Menschen sind.“</span> Garrick trat näher, legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Vielleicht liegt es an Menschen wie dir, sie daran zu erinnern.“ Chelsea sah zu ihm auf. Ein schwaches Lächeln huschte über ihre Lippen  kurz, schief, echt.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Das klingt, als wolltest du, dass ich da mitmache.“ </span><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich will nur, dass du dich erinnerst, wer du bist“</span>, erwiderte er ruhig. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Und dass Wut keine Antwort ist, wenn man etwas bewahren will.“</span> Sie blickte wieder auf die Zeitung, auf die glänzende Tinte, die vom Licht glitt. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Magische Spiele sollen Entlastung bringen.</span>Es klang so unschuldig. Fast schön. Aber Chelsea wusste es besser. Sie konnte den Klang von Verlust inzwischen überall hören  selbst in Worten, die sich wie Hoffnung tarnten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Geruch von Polieröl und Eschenholz hing schwer in der Luft. Überall um sie herum schwebten feine Holzspäne, golden vom Licht, das durch die schmalen Fenster der Werkstatt fiel. Chelsea saß auf dem Arbeitstisch, die Beine baumelten über der Kante, und das Rascheln der Zeitung klang fast ungehörig laut in der andächtigen Stille, in der ihr Vater arbeitete. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Zaubergamot beschließt Reform der Strafjustiz...</span>“ murmelte sie leise, während ihr Blick über die geschwungenen Buchstaben glitt.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „‚Magische Spiele‘? Was für ein... absurder Name.“</span> Ihre Stimme brach das monotone Klirren von Metall auf Holz, und Garrick hob kaum merklich den Kopf, die feine Brille auf der Nasenspitze.<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> „Absurd?</span>“ wiederholte er ruhig, ohne die Bewegung seines Zauberstabs zu unterbrechen, mit dem er ein funkelndes Splitterchen Einhornhaar in die Länge zog. Chelsea faltete den <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tagespropheten</span> und schlug ihn energischer auf, als nötig. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Das hier ist doch kein Spiel. Sie nennen das Läuterung, aber eigentlich ist es nur...“ </span>Sie suchte das Wort, ihre Finger strichen über den Rand der Zeitung, wo sich Druckerschwärze auf ihre Haut legte. „Schaulust. Menschen wollen sehen, wie andere leiden. Das ist alles.“ Garrick antwortete nicht sofort. Er war nie ein Mann vieler Worte, besonders wenn er etwas bedachte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Vielleicht“</span>, sagte er schließlich ruhig, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„sehen sie es als Chance. Nicht jeder, der fällt, will auch unten bleiben.“ </span>Chelsea schnaubte leise. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Du meinst wie Orion Black und seine Frau? Die tun so, als wäre das hier Fortschritt.“</span> Sie tippte mit dem Finger auf die Überschrift, wo <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Walburga Black</span> prangte, und rollte die Augen.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Eine Frau, die wahrscheinlich lieber einen Cruciatus in den Garten pflanzen würde, als einen Baum.</span><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“</span> „Chelsea.“</span> Garricks Ton war nicht scharf, aber fest. Er legte den Zauberstab beiseite, wischte sich die Hände an einem Tuch ab und sah sie an. Seine grauen Augen hatten diesen Ausdruck, den sie kannte eine Mischung aus Müdigkeit und Fürsorge. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Urteile nicht zu schnell. Es sind andere Zeiten. Und Gerechtigkeit ist... ein schwieriges Geschäft.“ </span>Sie blickte ihn trotzig an, dann ließ sie die Schultern sinken. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Aber doch kein Spiel, Dad.“ </span>Das Wort blieb an ihr hängen. Spiele.  Ihr Magen zog sich zusammen. Der Gedanke an die Weird Sisters, an Myron, an das, was vom Lärm und Licht geblieben war nur Stille und Nachrufe brannte leise in ihr. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Sie nennen es Spiele“</span>, murmelte sie, diesmal mehr zu sich selbst,<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „weil sie vergessen wollen, dass es Menschen sind.“</span> Garrick trat näher, legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Vielleicht liegt es an Menschen wie dir, sie daran zu erinnern.“ Chelsea sah zu ihm auf. Ein schwaches Lächeln huschte über ihre Lippen  kurz, schief, echt.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Das klingt, als wolltest du, dass ich da mitmache.“ </span><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich will nur, dass du dich erinnerst, wer du bist“</span>, erwiderte er ruhig. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Und dass Wut keine Antwort ist, wenn man etwas bewahren will.“</span> Sie blickte wieder auf die Zeitung, auf die glänzende Tinte, die vom Licht glitt. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Magische Spiele sollen Entlastung bringen.</span>Es klang so unschuldig. Fast schön. Aber Chelsea wusste es besser. Sie konnte den Klang von Verlust inzwischen überall hören  selbst in Worten, die sich wie Hoffnung tarnten.]]></content:encoded>
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