<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
	<channel>
		<title><![CDATA[things we lost in the fire - Bewerbungen]]></title>
		<link>https://www.things-we-lost.de/</link>
		<description><![CDATA[things we lost in the fire - https://www.things-we-lost.de]]></description>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 09:09:31 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Celestina Warbeck]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=452</link>
			<pubDate>Thu, 16 Apr 2026 22:30:37 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=149">Celestina Warbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=452</guid>
			<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Cattleya Bouchard]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=433</link>
			<pubDate>Thu, 12 Mar 2026 23:03:56 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=146">Cattleya Bouchard</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=433</guid>
			<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Mundungus Fletcher]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=422</link>
			<pubDate>Sun, 01 Mar 2026 15:10:25 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=145">Mundungus Fletcher</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=422</guid>
			<description><![CDATA[Der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tagesprophet</span> war eigentlich nur mit an Bord gekommen, weil jemand ihn im Hafen hatte fallen lassen und Mundungus fand, dass trockenes Zeitungspapier immer noch besser war als nasses Holz zum Feueranzünden. Er saß auf einer Kiste nahe der Reling der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Evershade</span>, die Beine ausgestreckt, während das Schiff ruhig über das Wasser glitt, das Holz unter ihm vertraut knarrte und der Wind nach Salz und Regen roch. Eigentlich hatte er nicht vorgehabt zu lesen, aber Langeweile war ein schlechter Begleiter auf ruhiger See, also blätterte er halbherzig durch die Seiten, bis sein Blick an einer großen Überschrift hängen blieb. „Magische Spiele“. Seine Stirn legte sich in Falten, er las die Zeile noch einmal langsamer und schnaubte leise. <b>„Spiele… ja klar. Klingt ja erstmal harmlos.“</b> Murmelnd las er weiter, über überfüllte Zellen, Reformen, Entlastung, neue Wege der Gerechtigkeit, und mit jedem Wort wurde sein schiefes Grinsen ein kleines bisschen dünner. Askaban zu teuer, zu voll, also sollten Leute künftig öffentlich Prüfungen bestehen, zur Läuterung, für die Gemeinschaft, für den Fortschritt. Fletcher ließ die Zeitung ein Stück sinken und starrte aufs Wasser hinaus, als hätte das Meer vielleicht eine bessere Erklärung parat. <b>„Läuterung, mh? Nennt man das jetzt so.“</b> Seine Finger trommelten gegen das Papier, während sein Blick wieder über den Artikel wanderte, bis er an einem Namen hängen blieb. Black. Natürlich ein Black. Ein trockenes Lachen entwich ihm. <b>„Na wunderbar. Wenn ein Black sagt, das wird gerecht, dann kann ja nix mehr schiefgehen.“</b> Die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Evershade</span> schaukelte ruhig unter ihm, als würde sie die Worte kommentarlos aufnehmen, und für einen Moment hörte man nur das Wasser am Rumpf entlanggleiten. Früher hätte ihn so etwas nicht interessiert. Neue Regeln bedeuteten neue Schlupflöcher, neue Geschäfte, vielleicht ein bisschen mehr Rennerei vor dem Ministerium, aber nichts, was man nicht überstehen konnte. Doch inzwischen dachte er an Gesichter statt an Ware. Leute, die er in letzter Zeit an Bord genommen hatte, Familien mit zu viel Angst in den Augen, Menschen, die leise waren, weil laut sein plötzlich gefährlich geworden war. Und jetzt sollten genau solche Leute in irgendwelchen Spielen antreten, damit andere zuschauen konnten. Sein Kiefer spannte sich kurz an. <b>„Ist ja praktisch… spart Gefängnisse und verkauft gleich noch Eintrittskarten dazu.“</b> Er faltete die Zeitung zusammen, stopfte sie neben sich und rieb sich übers Gesicht, als könnte er die Gedanken einfach abschütteln. Der Wind wurde stärker, zog an seinem Mantel, doch auf See fühlte sich wenigstens alles ehrlich an. Sturm war Sturm. Keine schönen Worte, keine falschen Versprechen. Er stand schließlich auf, ging langsam zum Steuer und legte die Hand darauf, während sein Blick über den grauen Horizont glitt. Ohne groß darüber nachzudenken änderte er den Kurs ein Stück weiter hinaus aufs offene Meer. Einfach ein wenig Abstand. <b>„Gefällt mir nicht,“</b> murmelte er leise, mehr zum Schiff als zu irgendwem sonst. Einen Moment blieb er so stehen, dann schnaubte er erneut, dieses halb amüsierte, halb müde Geräusch, das er immer machte, wenn ihm etwas zu nah ging. <b>„Spiele… als ob Leute wie ich bei sowas je gewinnen.“</b> Der Wind trug seine Worte davon, und nach außen sah Mundungus Fletcher wieder aus wie immer  locker, gleichgültig, ein Mann ohne Sorgen. Aber während die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Evershade</span> ruhig weiter durch den Nebel schnitt, wusste er genau, dass sich etwas verändert hatte, und dass Stürme manchmal lange bevor sie sichtbar wurden begannen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tagesprophet</span> war eigentlich nur mit an Bord gekommen, weil jemand ihn im Hafen hatte fallen lassen und Mundungus fand, dass trockenes Zeitungspapier immer noch besser war als nasses Holz zum Feueranzünden. Er saß auf einer Kiste nahe der Reling der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Evershade</span>, die Beine ausgestreckt, während das Schiff ruhig über das Wasser glitt, das Holz unter ihm vertraut knarrte und der Wind nach Salz und Regen roch. Eigentlich hatte er nicht vorgehabt zu lesen, aber Langeweile war ein schlechter Begleiter auf ruhiger See, also blätterte er halbherzig durch die Seiten, bis sein Blick an einer großen Überschrift hängen blieb. „Magische Spiele“. Seine Stirn legte sich in Falten, er las die Zeile noch einmal langsamer und schnaubte leise. <b>„Spiele… ja klar. Klingt ja erstmal harmlos.“</b> Murmelnd las er weiter, über überfüllte Zellen, Reformen, Entlastung, neue Wege der Gerechtigkeit, und mit jedem Wort wurde sein schiefes Grinsen ein kleines bisschen dünner. Askaban zu teuer, zu voll, also sollten Leute künftig öffentlich Prüfungen bestehen, zur Läuterung, für die Gemeinschaft, für den Fortschritt. Fletcher ließ die Zeitung ein Stück sinken und starrte aufs Wasser hinaus, als hätte das Meer vielleicht eine bessere Erklärung parat. <b>„Läuterung, mh? Nennt man das jetzt so.“</b> Seine Finger trommelten gegen das Papier, während sein Blick wieder über den Artikel wanderte, bis er an einem Namen hängen blieb. Black. Natürlich ein Black. Ein trockenes Lachen entwich ihm. <b>„Na wunderbar. Wenn ein Black sagt, das wird gerecht, dann kann ja nix mehr schiefgehen.“</b> Die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Evershade</span> schaukelte ruhig unter ihm, als würde sie die Worte kommentarlos aufnehmen, und für einen Moment hörte man nur das Wasser am Rumpf entlanggleiten. Früher hätte ihn so etwas nicht interessiert. Neue Regeln bedeuteten neue Schlupflöcher, neue Geschäfte, vielleicht ein bisschen mehr Rennerei vor dem Ministerium, aber nichts, was man nicht überstehen konnte. Doch inzwischen dachte er an Gesichter statt an Ware. Leute, die er in letzter Zeit an Bord genommen hatte, Familien mit zu viel Angst in den Augen, Menschen, die leise waren, weil laut sein plötzlich gefährlich geworden war. Und jetzt sollten genau solche Leute in irgendwelchen Spielen antreten, damit andere zuschauen konnten. Sein Kiefer spannte sich kurz an. <b>„Ist ja praktisch… spart Gefängnisse und verkauft gleich noch Eintrittskarten dazu.“</b> Er faltete die Zeitung zusammen, stopfte sie neben sich und rieb sich übers Gesicht, als könnte er die Gedanken einfach abschütteln. Der Wind wurde stärker, zog an seinem Mantel, doch auf See fühlte sich wenigstens alles ehrlich an. Sturm war Sturm. Keine schönen Worte, keine falschen Versprechen. Er stand schließlich auf, ging langsam zum Steuer und legte die Hand darauf, während sein Blick über den grauen Horizont glitt. Ohne groß darüber nachzudenken änderte er den Kurs ein Stück weiter hinaus aufs offene Meer. Einfach ein wenig Abstand. <b>„Gefällt mir nicht,“</b> murmelte er leise, mehr zum Schiff als zu irgendwem sonst. Einen Moment blieb er so stehen, dann schnaubte er erneut, dieses halb amüsierte, halb müde Geräusch, das er immer machte, wenn ihm etwas zu nah ging. <b>„Spiele… als ob Leute wie ich bei sowas je gewinnen.“</b> Der Wind trug seine Worte davon, und nach außen sah Mundungus Fletcher wieder aus wie immer  locker, gleichgültig, ein Mann ohne Sorgen. Aber während die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Evershade</span> ruhig weiter durch den Nebel schnitt, wusste er genau, dass sich etwas verändert hatte, und dass Stürme manchmal lange bevor sie sichtbar wurden begannen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Cian Salazar]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=375</link>
			<pubDate>Thu, 27 Nov 2025 21:51:06 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=83">Cian Salazar</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=375</guid>
			<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Rune Gindelwald]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=348</link>
			<pubDate>Thu, 23 Oct 2025 12:26:39 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=131">Rune Grindelwald</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=348</guid>
			<description><![CDATA[Der Tagesprophet lag auf dem Küchentisch. Rune hatte den Artikel bereits am Morgen im Ministerium gesehen, aber keine Zeit gehabt, ihn wirklich zu lesen. Seine Kollegen hatten darüber gesprochen, lauter als nötig, mit dieser Mischung aus Eifer und Vorsicht, die seit einiger Zeit in den Korridoren der Strafverfolgung hing. Er hatte Gesprächsfetzen aufgefangen. Nun stand er vor dem Küchentisch und sah auf das Gesicht von Walburga Black hinab. Freude lag darin, Erwartung, und vielleicht auch eine gehörige Portion Genugtuung. Rune konnte nicht genau sagen, ob er diese Regung wirklich erkannte oder ob er sie nur bei ihr befürchtete.<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Er nahm die Zeitung in die Hand und überflog die ersten Zeilen. Reformen in der Strafverfolgung. Magische Spiele. Läuterung und Ordnung. Es waren große Worte für etwas, das in seinen Ohren nach Urteilen klang, die nur noch nicht ausgesprochen worden waren und bei denen man es auch nicht aussprechen wollte. Langsam legte er die Zeitung wieder auf den Tisch. Einen Moment strich er mit dem Daumen über die Kante des Pergaments, als könne er dort eine Unebenheit glätten, bevor er den Blick auf die Hexe richtete, die ihn von ihrem Foto erwartungsvoll ansah. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Eine bemerkenswerte Entscheidung.“, </span>sagte Rune mit ruhiger Stimme. Sie blieb leise, aber jedes Wort war deutlich gesprochen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Sie wird sicher Wirkung zeigen.“</span> Das Lächeln, welches er lächelte, war höflich genug, um nicht als Widerspruch zu gelten und unauffällig genug, um nicht zu viel Begeisterung zu verraten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Das Ministerium wird entsprechend vorbereitet sein müssen. Ich nehme an, in der Strafverfolgung werden die nächsten Tage nicht ruhig.“</span> Der junge Grindelwald neigte den Kopf respektvoll, dann faltete er die Zeitung ordentlich zusammen und wandte sich vom Küchentisch ab. Erst als er den Raum verlassen hatte, bemerkte er, dass seine linke Hand in der Jackentasche lag. Die Finger fest um das Maßband geschlossen. </div>
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> </span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Tagesprophet lag auf dem Küchentisch. Rune hatte den Artikel bereits am Morgen im Ministerium gesehen, aber keine Zeit gehabt, ihn wirklich zu lesen. Seine Kollegen hatten darüber gesprochen, lauter als nötig, mit dieser Mischung aus Eifer und Vorsicht, die seit einiger Zeit in den Korridoren der Strafverfolgung hing. Er hatte Gesprächsfetzen aufgefangen. Nun stand er vor dem Küchentisch und sah auf das Gesicht von Walburga Black hinab. Freude lag darin, Erwartung, und vielleicht auch eine gehörige Portion Genugtuung. Rune konnte nicht genau sagen, ob er diese Regung wirklich erkannte oder ob er sie nur bei ihr befürchtete.<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Er nahm die Zeitung in die Hand und überflog die ersten Zeilen. Reformen in der Strafverfolgung. Magische Spiele. Läuterung und Ordnung. Es waren große Worte für etwas, das in seinen Ohren nach Urteilen klang, die nur noch nicht ausgesprochen worden waren und bei denen man es auch nicht aussprechen wollte. Langsam legte er die Zeitung wieder auf den Tisch. Einen Moment strich er mit dem Daumen über die Kante des Pergaments, als könne er dort eine Unebenheit glätten, bevor er den Blick auf die Hexe richtete, die ihn von ihrem Foto erwartungsvoll ansah. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Eine bemerkenswerte Entscheidung.“, </span>sagte Rune mit ruhiger Stimme. Sie blieb leise, aber jedes Wort war deutlich gesprochen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Sie wird sicher Wirkung zeigen.“</span> Das Lächeln, welches er lächelte, war höflich genug, um nicht als Widerspruch zu gelten und unauffällig genug, um nicht zu viel Begeisterung zu verraten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Das Ministerium wird entsprechend vorbereitet sein müssen. Ich nehme an, in der Strafverfolgung werden die nächsten Tage nicht ruhig.“</span> Der junge Grindelwald neigte den Kopf respektvoll, dann faltete er die Zeitung ordentlich zusammen und wandte sich vom Küchentisch ab. Erst als er den Raum verlassen hatte, bemerkte er, dass seine linke Hand in der Jackentasche lag. Die Finger fest um das Maßband geschlossen. </div>
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> </span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Barnabas Peverell]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=345</link>
			<pubDate>Tue, 21 Oct 2025 23:30:54 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=130">Barnabas Peverell</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=345</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><i>Reform. Spiele. Entlastung.</I> <br></span></span><br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">Barnabas hätte diesen Schund am liebsten zusammengeknüllt und ihn Althea Potter bei der wöchentlichen Redaktionsrunde der sonntäglich erscheinenden Zeitung gerne ins Gesicht geworfen. Nicht gezaubert, nicht mit einem <i>Levioso</I> schwebend auf Augenhöhe seinen Unmut bedeutend: Nein. Einfach in simpler und effizienter Muggel-Manier gegen den Kopf geschmettert. Wie ein Quaffel, der den Ring traf. Wie konnte sie Yaxley derartigen Schund überhaupt bis in die Schlussredaktion durchgehen lassen? Sie war doch am Montag mit im Gamot gewesen?! <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">Aber er atmete. Seine Züge blieben unbewegt. Er saß immerhin nicht alleine an diesem Tisch und er wettete, er war auch nicht der Einzige, der so über Yaxleys‘ Artikel dachte. Doch die Zeiten hatten sich nun einmal geändert. Gwenda Griffins Rauswurf war nicht das erste Exempel gewesen, das man am Tagespropheten statuiert hatte. </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">Schon in den letzten Monaten – und wenn er ehrlich war Jahren! – hatte sich der Berichterstatter mehr und mehr in ein Propagandablatt entwickelt. Barnabas lehnte sich auf dem Schreibtischstuhl im Meetingraum etwas zurück. Seine Finger trommelten ein wenig ungeduldig auf der Glasplatte mit dem eingravierten Pentagramm, das die fünf wichtigsten Personen des Blattes hier wöchentlich versammelte: Althea Potter, die Inhaberin des Tagespropheten – Algernon Yaxley, seit Gwendas Entlassung der neue Chefredakteur (den Barnabas aufs – wohlgemerkt reine – Blut nicht ausstehen konnte), den Chef vom Dienst, Altheas Mann (der also ungefähr gar nichts zu sagen hatte…), seine Wenigkeit für die Ressorts Gesellschaft, Sport und Politik sowie eine weitere Redakteurin, die sich um die seichten Teile des Tagespropheten bemühte (obgleich die Leserzuschriften mittlerweile längst nicht mehr so <i>seicht</I> waren).  <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><b>“Bei allem Respekt, aber finden wir nicht, dass <i>wegweisende Sitzung</I> und <i>das ehrwürdige Zaubergamot</I> etwas dick aufgetragen sind?“</B>, fragte er und konnte seinen Unmut nicht ganz verbergen. „Und wieso erfahren wir eigentlich erst jetzt davon? – So unmittelbar vor Druckschluss… Die Sitzung des Gamots war doch schon vor drei Tagen?“ Es fiel ihm selten schwer, seine Miene unter Kontrolle zu halten und er war auch selten aufgebracht. Doch es war nicht Yaxleys Art die Dinge zu formulieren und dem Regime in die Karten zu spielen, die in seinen Augen wenig mit objektiver und differenzierter Berichterstattung zu tun hatten. Es war der Inhalt, von dem er jetzt erst erfuhr, der ihn fassungslos und wütend zurückließ.  <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">Eine <i>kontinuierlich steigende Belastung der Justiz</I>? Es war wohl eher eine Welle an unrechtmäßigen Verurteilungen aus Willkür gegen Halbblüter und Muggelstämmige. Gwenda hatte nicht unrecht gehabt, als sie immer wieder aufbegehrt und erklärt hatte, man müsse etwas gegen diese Entwicklung tun. Letztens hatte er ihr noch einzureden versucht, ihre neueste Idee, ein anonymes Flugblatt rauszugeben, um den Menschen die Wahrheit näherzubringen, sei Gnomzunder. Jetzt aber? – Wenn er das hier so las, musste er sich eingestehen, dass nicht sie sich getäuscht hatte, sondern er. Seine letzten Hoffnungen in die Meinungsfreiheit und die Integrität des Tagespropheten wurden mit diesem Artikel so jäh zerschlagen, dass er sich Mühe geben musste, seine hart erkämpfte Position seit Gwendas Ausscheiden nicht mit zwei unüberlegten Sätzen (und einem zusammengeknüllten Artikel) aufs Spiel zu setzen. <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">Seine Augen huschten über den Artikel von Algernon, der einfach schweigend dasaß und ihn – nein, er bildete es sich sicher nicht ein! – süffisant anlächelte. »Sind Sie der Meinung, was unser hochgeschätztes Gamot beschließt, sei nicht rechtmäßig, Peverell?«, zischte er mit der gefährlichen Mischung aus Angriffslust und Überlegenheit, die Raubtiere ihrer Beute entgegenbrachten. Barnabas Kiefer pressten sich leicht aufeinander. <b>„Ich würde niemals die Worte und Entscheidungen unseres <u>hochgeschätzten</U> Zaubergamots anzweifeln. – Allerdings bin ich doch der Meinung, dass wir nach wir vor unseren Leserinnen und Lesern zur Objektivität verpflichtet sind. Und daher nicht den kritischen Blick auf politische Geschehnisse verlieren sollten, den diese seit Jahrhunderten renommierte Zeitung seit jeher ausmacht – Mister Yaxley, Sir.“</B> Dunkel funkelten die schwarzen Augen zu seinem Vorgesetzten herüber. Für einen kurzen Moment fühlte es sich so an, als könne es ihm egal werden, ob er seinen Job aufs Spiel setzte – mit Worten, die früher nie problematisch gewesen wären. <br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">»Sie finden meinen Artikel <i>verherrlichend</I>?« lauerte Yaxley und die Stimmung im Redaktionsraum war zum Schneiden gespannt. <b>“Ich finde von <i>Erfolgen</I> zu sprechen, wo unschuldige Hexen und Zauberer zu hunderten den Tod gefunden haben, … euphemistisch, ja. Das kann ich leider nicht anders sagen. – Denn das sind nichts Blacks Worte, sondern Ihre.“</B> Barnabas lenkte seine Aufmerksamkeit in die Gesichter der anderen Anwesenden. Es lag eine seltsame Betroffenheit im Raum, die niemand zugeben wollte. Alle verbargen sich hinter diesen kalten Masken der Professionalität, die ihm ansonsten mindestens ebenso gut stand. Heute fühlte sie sich zu eng an. Falsch und verräterisch. <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><b>“Es tut mir leid, das so sagen zu müssen: Aber diesem Artikel mangelt es an der kritischen Auseinandersetzung mit dem, was diese Spiele bedeuten werden. Für alle.“</B>  Yaxley lehnte sich ein Stück nach vorn, beugte sich halb über den Tisch ihm entgegen. Sein Kristallglas mit Wasser schabte in einem ohrenbetäubenden Klang über die matte Oberfläche und verklang in dem Schweigen. »Für <i>alle</I> oder für Sie, Peverell?« <br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">Die Frage fiel wie ein Tropfen Gift auf einen spiegelglatten klaren See. Man konnte das Atmen hören – und vielleicht auch das Fehlen desselbigen, da Yaxleys Stimme eine Atemlosigkeit hinterließ, die ihresgleichen suchte. Barnabas‘ Finger hatten aufgehört, den Tisch zu malträtieren. Er behielt die Wut, die sich in ihm formte, für sich und lächelte schließlich. <b>“Für alle von uns so geschätzten Leserinnen und Leser unseres Tagespropheten; zu denen ich selbstredend gehöre. Denn ich studiere jedes – einzelne – Wort, das hier gedruckt wird. Seit Jahren.“</b> Yaxley lachte kalt. »Natürlich. Wie fleißig. Unser kleiner Student hat sich gemacht…«  <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">Seinen Ärger ertränkte Barnabas in einem Lächeln und dem Glas Sprudelwasser, das er an seine Lippen hob, weil er wusste, das nun der Augenblick gekommen war, an dem er nichts mehr hinzuzufügen hatte. Die restlichen Anwesenden hatten diese Fehde zwischen ihm und Yaxley längst satt – und eine zielführende Debatte war offensichtlich ebenso wenig möglich, wie sie es scheinbar im Zaubergamot gewesen war. Diese Entscheidung (wie auch immer sie vom Tagespropheten propagiert wurde) war nicht nur bedenklich, sie war ein Skandal. Und sie nicht als denselben zu behandeln, fühlte sich für ihn an wie ein Verrat an dem Vertrauen ihrer Leserschaft. Doch da er ganz offensichtlich der Einzige war, der so empfand – oder sich traute, es auszusprechen – war er alleine auf weiter Flur. Und so würde er nicht weiterkommen.  <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">Magische Spiele also… Prüfungen der Gerechtigkeit. Läuterung oder Rückkehr. Und dann sprach man von kulturellem Ereignis und Sponsoring von Teilnehmern? Das war keine Farce… Es war eine Grausamkeit, die die finstersten, schlimmsten Seiten aus Antike und Mittelalter wieder hervorzerrte. Das alles hatte nichts mehr mit einem Rechtsstaat oder Demokratie zu tun. Das war.. ihm fiel nicht einmal mehr ein Begriff ein, der diesen Ausnahmezustand adäquat beschreiben konnte. Und wenn ihm die Worte fehlten, dann hatte es etwas zu bedeuten. In diesem Fall nichts Gutes. </span></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><i>Reform. Spiele. Entlastung.</I> <br></span></span><br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">Barnabas hätte diesen Schund am liebsten zusammengeknüllt und ihn Althea Potter bei der wöchentlichen Redaktionsrunde der sonntäglich erscheinenden Zeitung gerne ins Gesicht geworfen. Nicht gezaubert, nicht mit einem <i>Levioso</I> schwebend auf Augenhöhe seinen Unmut bedeutend: Nein. Einfach in simpler und effizienter Muggel-Manier gegen den Kopf geschmettert. Wie ein Quaffel, der den Ring traf. Wie konnte sie Yaxley derartigen Schund überhaupt bis in die Schlussredaktion durchgehen lassen? Sie war doch am Montag mit im Gamot gewesen?! <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">Aber er atmete. Seine Züge blieben unbewegt. Er saß immerhin nicht alleine an diesem Tisch und er wettete, er war auch nicht der Einzige, der so über Yaxleys‘ Artikel dachte. Doch die Zeiten hatten sich nun einmal geändert. Gwenda Griffins Rauswurf war nicht das erste Exempel gewesen, das man am Tagespropheten statuiert hatte. </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">Schon in den letzten Monaten – und wenn er ehrlich war Jahren! – hatte sich der Berichterstatter mehr und mehr in ein Propagandablatt entwickelt. Barnabas lehnte sich auf dem Schreibtischstuhl im Meetingraum etwas zurück. Seine Finger trommelten ein wenig ungeduldig auf der Glasplatte mit dem eingravierten Pentagramm, das die fünf wichtigsten Personen des Blattes hier wöchentlich versammelte: Althea Potter, die Inhaberin des Tagespropheten – Algernon Yaxley, seit Gwendas Entlassung der neue Chefredakteur (den Barnabas aufs – wohlgemerkt reine – Blut nicht ausstehen konnte), den Chef vom Dienst, Altheas Mann (der also ungefähr gar nichts zu sagen hatte…), seine Wenigkeit für die Ressorts Gesellschaft, Sport und Politik sowie eine weitere Redakteurin, die sich um die seichten Teile des Tagespropheten bemühte (obgleich die Leserzuschriften mittlerweile längst nicht mehr so <i>seicht</I> waren).  <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><b>“Bei allem Respekt, aber finden wir nicht, dass <i>wegweisende Sitzung</I> und <i>das ehrwürdige Zaubergamot</I> etwas dick aufgetragen sind?“</B>, fragte er und konnte seinen Unmut nicht ganz verbergen. „Und wieso erfahren wir eigentlich erst jetzt davon? – So unmittelbar vor Druckschluss… Die Sitzung des Gamots war doch schon vor drei Tagen?“ Es fiel ihm selten schwer, seine Miene unter Kontrolle zu halten und er war auch selten aufgebracht. Doch es war nicht Yaxleys Art die Dinge zu formulieren und dem Regime in die Karten zu spielen, die in seinen Augen wenig mit objektiver und differenzierter Berichterstattung zu tun hatten. Es war der Inhalt, von dem er jetzt erst erfuhr, der ihn fassungslos und wütend zurückließ.  <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">Eine <i>kontinuierlich steigende Belastung der Justiz</I>? Es war wohl eher eine Welle an unrechtmäßigen Verurteilungen aus Willkür gegen Halbblüter und Muggelstämmige. Gwenda hatte nicht unrecht gehabt, als sie immer wieder aufbegehrt und erklärt hatte, man müsse etwas gegen diese Entwicklung tun. Letztens hatte er ihr noch einzureden versucht, ihre neueste Idee, ein anonymes Flugblatt rauszugeben, um den Menschen die Wahrheit näherzubringen, sei Gnomzunder. Jetzt aber? – Wenn er das hier so las, musste er sich eingestehen, dass nicht sie sich getäuscht hatte, sondern er. Seine letzten Hoffnungen in die Meinungsfreiheit und die Integrität des Tagespropheten wurden mit diesem Artikel so jäh zerschlagen, dass er sich Mühe geben musste, seine hart erkämpfte Position seit Gwendas Ausscheiden nicht mit zwei unüberlegten Sätzen (und einem zusammengeknüllten Artikel) aufs Spiel zu setzen. <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">Seine Augen huschten über den Artikel von Algernon, der einfach schweigend dasaß und ihn – nein, er bildete es sich sicher nicht ein! – süffisant anlächelte. »Sind Sie der Meinung, was unser hochgeschätztes Gamot beschließt, sei nicht rechtmäßig, Peverell?«, zischte er mit der gefährlichen Mischung aus Angriffslust und Überlegenheit, die Raubtiere ihrer Beute entgegenbrachten. Barnabas Kiefer pressten sich leicht aufeinander. <b>„Ich würde niemals die Worte und Entscheidungen unseres <u>hochgeschätzten</U> Zaubergamots anzweifeln. – Allerdings bin ich doch der Meinung, dass wir nach wir vor unseren Leserinnen und Lesern zur Objektivität verpflichtet sind. Und daher nicht den kritischen Blick auf politische Geschehnisse verlieren sollten, den diese seit Jahrhunderten renommierte Zeitung seit jeher ausmacht – Mister Yaxley, Sir.“</B> Dunkel funkelten die schwarzen Augen zu seinem Vorgesetzten herüber. Für einen kurzen Moment fühlte es sich so an, als könne es ihm egal werden, ob er seinen Job aufs Spiel setzte – mit Worten, die früher nie problematisch gewesen wären. <br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">»Sie finden meinen Artikel <i>verherrlichend</I>?« lauerte Yaxley und die Stimmung im Redaktionsraum war zum Schneiden gespannt. <b>“Ich finde von <i>Erfolgen</I> zu sprechen, wo unschuldige Hexen und Zauberer zu hunderten den Tod gefunden haben, … euphemistisch, ja. Das kann ich leider nicht anders sagen. – Denn das sind nichts Blacks Worte, sondern Ihre.“</B> Barnabas lenkte seine Aufmerksamkeit in die Gesichter der anderen Anwesenden. Es lag eine seltsame Betroffenheit im Raum, die niemand zugeben wollte. Alle verbargen sich hinter diesen kalten Masken der Professionalität, die ihm ansonsten mindestens ebenso gut stand. Heute fühlte sie sich zu eng an. Falsch und verräterisch. <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><b>“Es tut mir leid, das so sagen zu müssen: Aber diesem Artikel mangelt es an der kritischen Auseinandersetzung mit dem, was diese Spiele bedeuten werden. Für alle.“</B>  Yaxley lehnte sich ein Stück nach vorn, beugte sich halb über den Tisch ihm entgegen. Sein Kristallglas mit Wasser schabte in einem ohrenbetäubenden Klang über die matte Oberfläche und verklang in dem Schweigen. »Für <i>alle</I> oder für Sie, Peverell?« <br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">Die Frage fiel wie ein Tropfen Gift auf einen spiegelglatten klaren See. Man konnte das Atmen hören – und vielleicht auch das Fehlen desselbigen, da Yaxleys Stimme eine Atemlosigkeit hinterließ, die ihresgleichen suchte. Barnabas‘ Finger hatten aufgehört, den Tisch zu malträtieren. Er behielt die Wut, die sich in ihm formte, für sich und lächelte schließlich. <b>“Für alle von uns so geschätzten Leserinnen und Leser unseres Tagespropheten; zu denen ich selbstredend gehöre. Denn ich studiere jedes – einzelne – Wort, das hier gedruckt wird. Seit Jahren.“</b> Yaxley lachte kalt. »Natürlich. Wie fleißig. Unser kleiner Student hat sich gemacht…«  <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">Seinen Ärger ertränkte Barnabas in einem Lächeln und dem Glas Sprudelwasser, das er an seine Lippen hob, weil er wusste, das nun der Augenblick gekommen war, an dem er nichts mehr hinzuzufügen hatte. Die restlichen Anwesenden hatten diese Fehde zwischen ihm und Yaxley längst satt – und eine zielführende Debatte war offensichtlich ebenso wenig möglich, wie sie es scheinbar im Zaubergamot gewesen war. Diese Entscheidung (wie auch immer sie vom Tagespropheten propagiert wurde) war nicht nur bedenklich, sie war ein Skandal. Und sie nicht als denselben zu behandeln, fühlte sich für ihn an wie ein Verrat an dem Vertrauen ihrer Leserschaft. Doch da er ganz offensichtlich der Einzige war, der so empfand – oder sich traute, es auszusprechen – war er alleine auf weiter Flur. Und so würde er nicht weiterkommen.  <br></span></span></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font"><br> </span></span></div>
<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: EB Garamond;" class="mycode_font">Magische Spiele also… Prüfungen der Gerechtigkeit. Läuterung oder Rückkehr. Und dann sprach man von kulturellem Ereignis und Sponsoring von Teilnehmern? Das war keine Farce… Es war eine Grausamkeit, die die finstersten, schlimmsten Seiten aus Antike und Mittelalter wieder hervorzerrte. Das alles hatte nichts mehr mit einem Rechtsstaat oder Demokratie zu tun. Das war.. ihm fiel nicht einmal mehr ein Begriff ein, der diesen Ausnahmezustand adäquat beschreiben konnte. Und wenn ihm die Worte fehlten, dann hatte es etwas zu bedeuten. In diesem Fall nichts Gutes. </span></span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Chalcephira Eleanor Ollivander]]></title>
			<link>https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=333</link>
			<pubDate>Sat, 04 Oct 2025 18:15:33 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.things-we-lost.de/member.php?action=profile&uid=126">Chelsea Ollivander</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.things-we-lost.de/showthread.php?tid=333</guid>
			<description><![CDATA[Der Geruch von Polieröl und Eschenholz hing schwer in der Luft. Überall um sie herum schwebten feine Holzspäne, golden vom Licht, das durch die schmalen Fenster der Werkstatt fiel. Chelsea saß auf dem Arbeitstisch, die Beine baumelten über der Kante, und das Rascheln der Zeitung klang fast ungehörig laut in der andächtigen Stille, in der ihr Vater arbeitete. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Zaubergamot beschließt Reform der Strafjustiz...</span>“ murmelte sie leise, während ihr Blick über die geschwungenen Buchstaben glitt.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „‚Magische Spiele‘? Was für ein... absurder Name.“</span> Ihre Stimme brach das monotone Klirren von Metall auf Holz, und Garrick hob kaum merklich den Kopf, die feine Brille auf der Nasenspitze.<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> „Absurd?</span>“ wiederholte er ruhig, ohne die Bewegung seines Zauberstabs zu unterbrechen, mit dem er ein funkelndes Splitterchen Einhornhaar in die Länge zog. Chelsea faltete den <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tagespropheten</span> und schlug ihn energischer auf, als nötig. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Das hier ist doch kein Spiel. Sie nennen das Läuterung, aber eigentlich ist es nur...“ </span>Sie suchte das Wort, ihre Finger strichen über den Rand der Zeitung, wo sich Druckerschwärze auf ihre Haut legte. „Schaulust. Menschen wollen sehen, wie andere leiden. Das ist alles.“ Garrick antwortete nicht sofort. Er war nie ein Mann vieler Worte, besonders wenn er etwas bedachte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Vielleicht“</span>, sagte er schließlich ruhig, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„sehen sie es als Chance. Nicht jeder, der fällt, will auch unten bleiben.“ </span>Chelsea schnaubte leise. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Du meinst wie Orion Black und seine Frau? Die tun so, als wäre das hier Fortschritt.“</span> Sie tippte mit dem Finger auf die Überschrift, wo <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Walburga Black</span> prangte, und rollte die Augen.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Eine Frau, die wahrscheinlich lieber einen Cruciatus in den Garten pflanzen würde, als einen Baum.</span><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“</span> „Chelsea.“</span> Garricks Ton war nicht scharf, aber fest. Er legte den Zauberstab beiseite, wischte sich die Hände an einem Tuch ab und sah sie an. Seine grauen Augen hatten diesen Ausdruck, den sie kannte eine Mischung aus Müdigkeit und Fürsorge. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Urteile nicht zu schnell. Es sind andere Zeiten. Und Gerechtigkeit ist... ein schwieriges Geschäft.“ </span>Sie blickte ihn trotzig an, dann ließ sie die Schultern sinken. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Aber doch kein Spiel, Dad.“ </span>Das Wort blieb an ihr hängen. Spiele.  Ihr Magen zog sich zusammen. Der Gedanke an die Weird Sisters, an Myron, an das, was vom Lärm und Licht geblieben war nur Stille und Nachrufe brannte leise in ihr. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Sie nennen es Spiele“</span>, murmelte sie, diesmal mehr zu sich selbst,<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „weil sie vergessen wollen, dass es Menschen sind.“</span> Garrick trat näher, legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Vielleicht liegt es an Menschen wie dir, sie daran zu erinnern.“ Chelsea sah zu ihm auf. Ein schwaches Lächeln huschte über ihre Lippen  kurz, schief, echt.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Das klingt, als wolltest du, dass ich da mitmache.“ </span><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich will nur, dass du dich erinnerst, wer du bist“</span>, erwiderte er ruhig. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Und dass Wut keine Antwort ist, wenn man etwas bewahren will.“</span> Sie blickte wieder auf die Zeitung, auf die glänzende Tinte, die vom Licht glitt. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Magische Spiele sollen Entlastung bringen.</span>Es klang so unschuldig. Fast schön. Aber Chelsea wusste es besser. Sie konnte den Klang von Verlust inzwischen überall hören  selbst in Worten, die sich wie Hoffnung tarnten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Geruch von Polieröl und Eschenholz hing schwer in der Luft. Überall um sie herum schwebten feine Holzspäne, golden vom Licht, das durch die schmalen Fenster der Werkstatt fiel. Chelsea saß auf dem Arbeitstisch, die Beine baumelten über der Kante, und das Rascheln der Zeitung klang fast ungehörig laut in der andächtigen Stille, in der ihr Vater arbeitete. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Zaubergamot beschließt Reform der Strafjustiz...</span>“ murmelte sie leise, während ihr Blick über die geschwungenen Buchstaben glitt.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „‚Magische Spiele‘? Was für ein... absurder Name.“</span> Ihre Stimme brach das monotone Klirren von Metall auf Holz, und Garrick hob kaum merklich den Kopf, die feine Brille auf der Nasenspitze.<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> „Absurd?</span>“ wiederholte er ruhig, ohne die Bewegung seines Zauberstabs zu unterbrechen, mit dem er ein funkelndes Splitterchen Einhornhaar in die Länge zog. Chelsea faltete den <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tagespropheten</span> und schlug ihn energischer auf, als nötig. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Das hier ist doch kein Spiel. Sie nennen das Läuterung, aber eigentlich ist es nur...“ </span>Sie suchte das Wort, ihre Finger strichen über den Rand der Zeitung, wo sich Druckerschwärze auf ihre Haut legte. „Schaulust. Menschen wollen sehen, wie andere leiden. Das ist alles.“ Garrick antwortete nicht sofort. Er war nie ein Mann vieler Worte, besonders wenn er etwas bedachte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Vielleicht“</span>, sagte er schließlich ruhig, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„sehen sie es als Chance. Nicht jeder, der fällt, will auch unten bleiben.“ </span>Chelsea schnaubte leise. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Du meinst wie Orion Black und seine Frau? Die tun so, als wäre das hier Fortschritt.“</span> Sie tippte mit dem Finger auf die Überschrift, wo <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Walburga Black</span> prangte, und rollte die Augen.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Eine Frau, die wahrscheinlich lieber einen Cruciatus in den Garten pflanzen würde, als einen Baum.</span><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“</span> „Chelsea.“</span> Garricks Ton war nicht scharf, aber fest. Er legte den Zauberstab beiseite, wischte sich die Hände an einem Tuch ab und sah sie an. Seine grauen Augen hatten diesen Ausdruck, den sie kannte eine Mischung aus Müdigkeit und Fürsorge. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Urteile nicht zu schnell. Es sind andere Zeiten. Und Gerechtigkeit ist... ein schwieriges Geschäft.“ </span>Sie blickte ihn trotzig an, dann ließ sie die Schultern sinken. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Aber doch kein Spiel, Dad.“ </span>Das Wort blieb an ihr hängen. Spiele.  Ihr Magen zog sich zusammen. Der Gedanke an die Weird Sisters, an Myron, an das, was vom Lärm und Licht geblieben war nur Stille und Nachrufe brannte leise in ihr. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Sie nennen es Spiele“</span>, murmelte sie, diesmal mehr zu sich selbst,<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „weil sie vergessen wollen, dass es Menschen sind.“</span> Garrick trat näher, legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Vielleicht liegt es an Menschen wie dir, sie daran zu erinnern.“ Chelsea sah zu ihm auf. Ein schwaches Lächeln huschte über ihre Lippen  kurz, schief, echt.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Das klingt, als wolltest du, dass ich da mitmache.“ </span><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Ich will nur, dass du dich erinnerst, wer du bist“</span>, erwiderte er ruhig. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Und dass Wut keine Antwort ist, wenn man etwas bewahren will.“</span> Sie blickte wieder auf die Zeitung, auf die glänzende Tinte, die vom Licht glitt. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Magische Spiele sollen Entlastung bringen.</span>Es klang so unschuldig. Fast schön. Aber Chelsea wusste es besser. Sie konnte den Klang von Verlust inzwischen überall hören  selbst in Worten, die sich wie Hoffnung tarnten.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>