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Pandora Lovegood - Pandora Lovegood - 12.04.2026 Heute gab es grünen Tee. Es war ja schließlich Donnerstag. Wie immer gab Pandora ihrem geliebten Xenophilius einen Kuss auf den Ellbogen, den sie von ihrer Position auf ihrem Lieblingsstuhl am Esstisch perfekt erreichen konnte. Ihrem Ehemann. Manchmal konnte sie noch nicht glauben, dass er sie dazu überredet hatte. Aber sie hatte akzeptiert, dass er die Verbindung zwischen ihnen auch nach außen zeigen wollte, gerade jetzt. Der hoch gewachsene Magier beugte sich gerade zu ihr hinunter und streichelte sanft über ihren Bauch. Man konnte die Schwangerschaft nun gut sehen, die Hälfte der Zeit war bereits vorbei. Auch Pandora ließ ihre Hand darüber gleiten und drückte Xenophilius‘ Finger, als sie diese erreichte. Als ob ihr kleiner Bauchbewohner dies spürte, trat er genau in diesem Augenblick gegen die Stelle, wo sich die Hände seiner Eltern hielten. Ach, nicht er. Sie! Pandora hatte eine unerklärliche Gewissheit, dass es ein Mädchen werden würde. Nun musste sie bei der Berührung lachen und verschüttete die Hälfte des Tees, den sie gerade hatte trinken wollen. Immerhin ging das kleine Malheur nur auf Tischplatte und Boden und verbrühte weder sie noch ihren Ehemann. Mit einer kleinen Bewegung des Zauberstabs wollte Pandora die Flüssigkeit entfernen, formte sie zu einer kleinen Kugel, die aber erst einmal quer durchs Zimmer schoss und dann erst durch das angepeilte, geöffnete Fenster in Richtung Garten. Doch Pandora war nicht verlegen oder entschuldigte sich, ihr Zauber hatte das Ziel doch erreicht, nicht wahr? Sie dankte Xenophilius mit einem strahlenden Lächeln, der ihr neben den Tagespropheten gerade ein paar aufgeschnittene, natürlich grüne Kiwis gestellt hatte, bevor sie nach der Zeitung griff. Eine alltägliche Handlung, denn trotz der problematischen Berichte wollte Pandora immer wissen, was das regimetreue Blatt zu berichten wusste. Natürlich glaubte sie den Artikeln nicht, schon lange nicht mehr, doch es war immer gut zu wissen, was die offizielle Position war. Sie wollte sich schließlich nicht verdächtig machen. Doch als ihre Fingerspitzen an diesem Morgen das dünne Papier berührten, erstarrte sie. Die Teetasse, gerade noch in ihren Fingern, zerschellte mit einem lauten Knall auf den Fließen, doch Pandora bekam nichts davon mit. Stattdessen klappten ihre Augenlider wie mechanisch zu und ein unnatürlicher Ruck ging durch ihren Körper. „Die Kinder des Mondfluchs treten aus dem Schatten.“ Ihre Stimme war nicht mehr als ein heiseres, hohes Krächzen, und schien dennoch den ganzen Raum zu erfüllen. “Kein Atem bleibt ungebrochen.“ So schnell, wie er gekommen war, verließ der namenlose Geist den Körper der jungen Frau wieder. Pandora schlug die Augen auf und zitterte am ganzen Leib. Seit sie schwanger war, hatte sie keine Vision mehr gehabt. Sie hatte gehofft, es bliebe ihr erspart. Sie hatte sich geirrt. Matt lehnte sie ihren Kopf an Xenophilius‘ Schulter, der sich besorgt zu ihr hinunter gekniet hatte. Die Erschöpfung war stärker als bei früheren Visionen. War diese hier bedeutender gewesen? War es eine Auswirkung ihres aktuellen Zustandes? Und wieso überhaupt diese Vision? Pandora merkte erst jetzt, dass sie den Propheten unter einem krampfhaften Griff zerknüllt hatte. Hastig strich sie ihn glatt, die Zeitung färbte sich im Geräusch knisternden Papiers in ein grelles Neonpink. "Pinkes Blut", murmelte sie scheinbar zusammenhanglos vor sich hin. Pandora musste blinzeln, um die Schlagzeile auf der ersten Seite lesen zu können, wartete, bis das Geräusch verklungen war. Der Inhalt des Artikels war allerdings um einiges erschreckender als die nun verblasste Farbe. „Die Chance auf Läuterung“, wiederholte sie murmelnd, schüttelte den Kopf und sah zu ihrem Ehemann, der ihr über die Schulter gesehen und ebenfalls mitgelesen hatte. Sie musste nicht aussprechen, dass sie beide gerade diesen Teil für eine Farce hielten. Das musste einfach eine neue Teufelei des Regimes sein! Pandora hatte das Gefühl, dass es immer besonders schlimm werden würde, wenn eine Neuerung so positiv beschrieben wurde. Und hatte ihre Prophezeiung etwas mit diesen Spielen zu tun? Mit einem mehr als nur unguten Gefühl in der Magengegend und sichtlich erschüttert, suchte Pandora Halt am Griff der Teetasse. Tee als Seelentröster. Doch sie griff ins Leere. Verwirrt bemerkte sie da erste die Scherben auf dem Boden. Seufzend griff sie ein weiteres Mal nach ihrem Zauberstab und bereinigte das Chaos, das sie angerichtet hatte. „Was soll denn noch alles passieren?“ Es war offensichtlich, dass sie damit nicht die zerbrochene Tasse zu ihren Füßen meinte. |